FeedHagen von Tronege
GeschichteBrockhaus 1882

Hagen von Tronege, der Mörder Siegfrieds im Nibelungenliede, ein Verwandter der burgund. Könige, nach der nordischen Uberlieferung, wo er Högni heißt, ihr Bruder. In seiner Jugend mit Bunther als Geisel an Etzels Hof geschickt, entflieht er von dort und kehrt mit Gunther in die Heimat zurück. Im Kampfe mit dem gleichfalls entflohenen Walther, der trotz H.s Abraten von Gunther angegriffen wird, verliert H. ein Auge. Im Nibelungenliede spielt er eine Hauptrolle; nachdem der Ronflikt zwischen Brunhild und Kriemhild ausgeprochen, macht er sich zum Vollstrecker der Rache Brunhildens und tötet Siegfried meuchlerisch auf der Jagd. Trotzdem nötigt er durch die Großartigkeit, Konsequenz und Heldenhaftigkeit seines Auftretens an Etzels Hofe, wohin Kriemhild die Brüder ins Verderben geladen, Bewunderung ab. Er hält ihnen, wie sie ihm, die Treue bis zum Tode, und bis zum letzten Augenblicke, wo er durch Verraten des Hortes sein Leben fristen könnte, bewährt er Mut und Festigkeit eines Helden. Mit noch übermenschlichern Zügen ist der nordische Högni ausgestattet. Jedenfalls gehört die Gestalt H.s zu den gewaltigsten der altdeutschen Poesie.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 702Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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