Euphorion, griech. Dichter aus Chalkis auf Euböa, geb. um 275, bildete sich in Athen und wurde später Bibliothekar des Königs ntiochos d. Gr., der 222 den Thron bestieg. Er verfaßte einige histor. und litterargeschichtliche Werke, war aber hauptsächlich als Dichter berühmt. Besonders verfaßte er Epen, in denen er in der Weise der gelehrten Dichtung der alexandrinischen Zeit eine Masse wenig bekannter und entlegener Mythen aufhäufte, zeichnete sich aber weder durch Geschmack, noch durch Gewandtheit aus. Eigentümlich ist ihm die Verwendung einer ungewöhnlich großen Anzahl mundartlicher Wörter. In der letzten Zeit der Republik, sowie in der ersten röm. Kaiserzeit wurden in Rom seine Elegien vielfach nachgeahmt; namentlich der Dichter Cornelius Gallus nahm sich ihn zum Vorbilde. Über ihn und die Reste seiner Schriften gibt es eine treffliche Monographie von Meineke (Danzig 1823), neu bearbeitet in dessen Analecta Alexandrinav (Berl. 1843).