Menander (grch. Menandros), der vorzüglichste unter den griech. Dichtern der sog. neuen Komödie, geb. zu Athen 342, gest. 290 v. Chr. Er verfaßte über hundert Lustspiele. Von denselben sind nur einzelne Bruchstücke erhalten, die am besten nebst denen des Philemon von Meineke (Berl. 1823) und in neuer überarbeitung von demselben in den (Fragmenta comicorum Graecorumo (Bd. 1 u. 2, Berl. 1839) zusammengestellt und erläutert worden sind. Einzelne Stücke des Plautus und die meisten des Terenz sind Nachbildungen von Stücken Ms., welche auch in Dialogen des Lucian und Briefen des Alkiphron nachgeahmt sind. Die Stoffe seiner Komödien sind regelmäßig dem täglichen Leben, namentlich den Verhältnissen junger Leute mit Hetären entnommen. Schilderung und Charakteristik ist lebendig und anschaulich, die Auffassung fein und geistreich. Vgl. über M. und seine Werke die Schriften von Benoit und von Ditaudy (Par. 1854), Guizot (Par. 1855) und Horkel Königsb. 1857). M. hieß auch ein griech. Rhetor aus Laodicea. Er lebte im 3. Jahrh. n. Chr. und schrieb außer verschiedenen rhetorischen Erläuterungsschriften, die nur noch aus Titeln und Fragmenten bekannt sind, eine Abhandlung De encomiiso oder De genere demonstrativob, besonders herausgegeben von Heeren (Gött. 1785), dann in den Rhetores Graech von Walz (Bd. 9, Stuttg. 1836) und von Spengel (Bd. 3, Lpz. 185695.