Euripos hieß bei den alten Griechen der schmale Meeresarm, welcher die Insel Euboia vom Festlande, d. h. von der Ostküste der Landschaft Böotien, trennt, ein durchschnittlich eine halbe Stunde breiter Kanal, über dessen engste Stelle, den E. im engern Sinne, seit dem J. 410 v. Chr. eine noch heutzutage bestehende 200 Fuß lange Brücke hinüberführt. Der E. war im Altertum berühmt durch seine sehr wechselnde Strömung, man behauptete sogar, daß dieselbe siebenmal im Laufe des Tags und ebenso oft im Laufe der Nacht sich ändere, daher der Name im Scherz sprichwörtlich zur Bezeichnung eines veränderlichen Menschen gebraucht wurde. Im Mittelalter wurde der Name in der vulgär griech. Form Egripos auf die Insel Euboia übertragen, eine Benennung, welche die Venetianer durch echte Volksetymologie, im Hinblick auf die eben erwähnte Brücke, in NRegroponte korrumpiert haben.