Eversmann (Eduard Friedrich), Naturforscher und Reisender, geb. 23. Jan. 1794 zu Hagen in Westfalen, studierte seit 1812 in Marburg, Berlin, Halle und Dorpat. Als Arzt trat CE. 1818 in den Dienst der Gewehrfabrik zu Slatoust im Ural, wo sein Vater seit 1814 Direktor war, und beschrieb die Entstehung dieser Stahlfabrikation in Ermanns «„Archiv für wissenschaftliche Kunde in Rußlando (Bd. 9). Im J. 1820 nahm E. an einer Mission unter der Leitung des Staatsrat Negri nach der Bucharei teil, die er in seiner Reise von Orenburg nach Buchara» (Berl. 1823) beschrieb, welches Werk Harnisch in den Wichtigsten neuern Land-und Seereisen» (Lpz. 1825) und Friedenberg im Auszuge in seinem „Journal für die neuesten Land⸗ und Seereisend (Bd. 58, 1828) wieder abdruckte. Unter dem Grafen Friedrich von Berg nahm E. 1825 an der Kriegsexpedition längs dem Kaspischen Meere teil und wurde 1828 ord. Professor der Zoologie und Botanik in Kasan. Nun unternahm E. fast alljährlich wissenschaftliche Reisen in die benachbarten Gouvernements, 1829 nach Astrachan und an das Kaspische Meer (beschrieben in G. Friedbergs „Journale, 1831),1830 nach dem Kaukasus und 1834 nach Saratow. Die Fauna Rußlands ist durch seine Entdeckungsreisen um viele Hunderte von Arten neu entdeckter Tiere aus den verschiedensten Tierklassen bereichert worden. Besonders als Entomolog und Systematiker zeichnete E. sich aus, wie viele wertvolle Studien beweisen, die er vom J. 1831 an für das Bulletin de la Societéè Impériale des Naturalistes de Moscouo lieferte. Nach ihm benannte Alex. von Bunge eine merkwürdige Leguminosenart Eversmannia Nesyderoidesv. Im J. 1844 unternahm E. im Auftrage der Regierung eine Reise zu wissenschaftlichen Zwecken nach Deutschland, Frankreich und Italien. Seit dem J. 1853 wurde E. immer kränklicher und verbrachte den Winter in Algier. Er starb als Wirkl. Staatsrat am 14/½26. April 1860 zu Kasan.