FeedFächser
TechnikBrockhaus 1882

Fächser, soviel als Ableger, besonders beim Weinstocke. (S. Ablegen.) „Fachsystem heißt im Unterrichtswesen diejenige Einrichtung, wonach die Schüler nach ihren Kenntnissen in den einzelnen Lehrobjekten in besondere Lektionsklassen verteilt sind, im Gegensatze zu dem Klassensystem, nach welchem jeder Schüler für alle Unterrichtsgegenstände nach den Gesamtfortschritten derselben Klasse angehört. Das Fach- oder Lektionssystem, welches unter dem Namen des Parallelsystems sich von den Franckeschen Stiftungen aus über eine Reihe deutscher Gymnasien eine Zeit lang ausgebreitet hatte und namentlich auch von den Philanthropen gepflegt wurde, bietet den Vorteil dar, daß bei ihm allein eine genaue Klassifikation der Schüler mit Rücksicht auf ihre Anlagen für besondere Lehrfächer und auf den Grad hnt Kenntnis in jedem einzelnen möglich ist; es hat aber den großen Nachteil, daß bei ihm das Ineinandergreifen aller Lehrobjekte und damit der erziehende Einfluß des Unterrichts wesentlich vermindert wird. Dazu kommt, daß ein streng durchgeführtes F. in öffentlichen Schulen sehr schwierig ist und daß die infolge dessen gemachten Zugeständnisse, wonach ein Schüler bei seiner Versetzung in den übrigen ächern nur um Eine Stufe zurück sein dürfe, den Charakter des ganzen Systems wieder aufheben. Der Ausdruck . wird fälschlicherweise auch für lestern ih dteenige gebraucht. Unter diesem etztern ist diejenige Einrichtung zu verstehen, wonach die verschiedenen Unterrichtsgegenstände verschiedenen Lehrern anvertraut sind. Ihm steht das Klassenlehrersystem entgegen, wonach auf jeder Unterrichtsstufe oder in jeder Gesamtklasse er ganze Unterricht einem einzigen Lehrer übertragen ist. Während das letztere System für die niedern Stufen des Unterrichts ausreicht, ist das böhern Starem in einem gewissen Maße für die öhern Stufen unentbehrlich, da nicht leicht jemand für alle Lehrgegenstände in einer höhern Klasse ein gleich guter Lehrer sein kann. J0 werk (Fachwand) nennt man eine für ländliche Wohnhäuser und Gebäude untergeordneten Ranges verwendete, aus halbmassiven Wänden bestehende leichtere Bauart. Diese Wände (Bund⸗ oder Riegelwände) werden aus einzelnen Ständern (Säulen, Pfosten) gebildet, die durch Rahmenstücke, Riegel und Bänder 8. einem soliden Gerippe verbunden sind. Die Felder oder Fächer dieses Gerippes werden sodann mit Lehmstakwerk ausgefüllt, besser aber mit Ziegeln ausgemauert und von beiden Seiten verputzt, bei regelmäßiger Ausmauerung aber auch, wenigstens äußerlich, unverputzt gelassen, sodaß die Konstruktion sichtbar bleibt. Zum Schutze gegen Erdfeuchtigkeit und Fäulnis erhalten Fachwerkgebäude eine Schwellenuntermauerung von wenigstens 0, m Höhe. Auch leichtere Scheidewände massiver Wohngebäude werden aus F. hergestellt. (S. Fach und Fachholz.) Zachwerkemet ebrücke, s. unter Brücke. achwerksmethoden (forstlich), eine bestimmte Gruppe von Forsteinrichtungs⸗ oder Waldertragsregelungsmethoden. (S. Forsteinrichtung.) Reichungiemnes bein eine Wissenschaft, die zur Erreichung eines bestimmten Berufs notwendig ist Jurisprudenz, Medizin u. s. w.), im Gegensatze zu den allgemeinen Wissenschaften.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 516Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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