FeedFingersprache
AllerleiBrockhaus 1882

Fingersprache, diejenige Art von Buchstabensprache, in welcher die Buchstaben des Alphabets durch Bewegungen der Finger oder der Hand dargestellt werden. Die alten Römer bedienten sich der Finger namentlich, um Zahlengrößen auszudrücken. Später war die F. in Klostern sehr beliebt und wurde dort weiter ausgebildet, und noch jetzt ist sie in engl. Schulen ein beliebtes Hilfsmittel der Schüler, um sich hinter dem Rücken der Lehrer heimlich miteinander zu verständigen. Von Bedeutung wurde sie, als sie der Begründer des franz. Taubstummenunterrichts, Abbe de l'Epée, in seiner Methode verwendete. Sie wird auch heute noch in jenen Taubstummeninstituten, die diese Methode beibehalten haben, von Lehrern wie von Schülern angewendet, so in Frankreich, Italien, Spanien, England und Amerika. In deutschen Anstalten ist sie vollständig beseitigt worden, da hier die Lautsprache gepflegt wird, die F. aber deren Anwendung nur hindern würde. (S. unter Taubstummenunterricht.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 818Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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