Faksimile (lat., d. i. «mache ähnlichlo) nennt man eine der Urschrift oder Originalzeichnung in allen ihren Zügen und Eigentümlichkeiten vollkommen ähnliche Nachbildung. So facsimiliert man Manuskripte, um denjenigen, welchen die eigene Anschauung abgeht, die genaueste Ansicht der Schriftzüge, aus welchen sich auf das Alter derselben schließen läßt, zu verschaffen; ferner Miniaturen, Handzeichnungen, sowie die Hand— Miämner berühmter oder sonst ausgezeichneter Männer und Namensunterschriften auf Wertpapieren und Dokumenten; endlich auch ganze ältere Werke, deren Neuherstellung mittels Neusatzes sich zu kostspielig erweisen würde. Man bedient sich hierzu des Kupferstichs, des Steindrucks, der Holzschneidekunst und aller sonstigen graphischen Verfahren wie auch der Photographie und des Lichtdrucks und hat es in neuester Zeit in täuschender Nachbildung des alten Materials mit allen seinen im Laufe der Zeit eingetretenen Veränderungen und Defekten zu großer Vollkommenheit gebracht. (S. auch Autographen.).