Autodidakten (grch.), d. h. wörtlich Selbstgelehrte, werden diesenigen genannt, welche entweder e ganzes Wissen oder doch den größten Teil desselben ohne Vermittelung von Lehrern, bloß durch Selbstunterricht erworben haben. mmlichen Orn (grch.) heißen wörtlich im altherkömmlichen Sinne Schriftstücke, welche von ihren Verfassern mit eigener Hand niedergeschrieben worden sind. Als Urschriften oder Originalhandschriften, im Gegensatz zu den Abschriften oder Kopien, haben dieselben für den Philologen und Diplomatiker die vollgültigste urkundliche Beweiskraft. Die Originalhandschriften oder A. bedeutender Gelehrter, Schriftsteller und Dichter zählen daher zu den eigentlichen Cimelien oder Kleinodien der Bibliotheken. Etwa seit Mitte des 18. Jahrh. gebraucht man jedoch den Namen A. in etwas anderm Sinne für andschriften, welche von historisch berühmten Persönlichkeiten, ausgezeichneten Gelehrten und Künstlern, durch außerordentliche Geistesgaben oder ungewöhnliche Schicksalenamhaft gewordenen Männern und Frauen herrühren, und bei denen für den Sammler die Frage nach der Wichtigkeit des Inhalts erst in zweiter, die nach der Echtheit der Handschrift in erster Linie steht. Schon im Altertum sammelte man A. berühmter Personen; zur Liebhaberei wurden die Auto raphenammkungen seit Ende des 16. Dun zunächst in Frankreich. Die erste größere Sammlung dieser Art legte Lomenie de Brienne (gest. 1638), der Staatssekretär Heinrichs IV., an. Andere veranstalteten die Historiker Pierre und Jacques Dupuy (gest. 1651 und 1656), Hippolyt Graf von Bethune (gest. 1665), De Gaignieres (gest. 1715), Baluze (gest. 1718), De Mesmes (gest. 1723), Colbert, faßten namentlich histor. Aktenstücke, Memoiren, Gesandtschaftsberichte, Urkunden und Briefe berühmter Männer, und waren noch vorzugsweise im wissenschaftlichen Interesse angelegt. Als reiche Schätze histor. Materials wurden sie meist von der öffentlichen Bibliothek in Paris erworben, die überhaupt das großartigste autographische Material besitzt. Von den Franzosen gelangte die Liebhaberei, A. zu sammeln, zunächst nach England. Von da ging sie seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. auch nach Deutschland über, wo sie besonders während der letzten Jahrzehnte in Aufnahme kam. An die Stelle des anfänglich überwiegenden wissenschaftlichen Re, welch trat mehr und mehr das psychol. Interesse, welches sich an die Handschrift jeder ausgezeichneten Individualität knüpft. Mit dem Wachsen des Sammeleifers wurden die A. auch Gegenstand des geschäftlichen Verkehrs; der Autograp r. ist in der Regel mit dem Antiquar-oder Kunsthandel verbunden. Der erste .. eine Autographensammlung öffentlich zu verkaufen, wurde 1801 zu Paris mit einer von Richelieu herrührenden gemacht. Seit 1820 folgten daselbst die Auktionen immer rascher. Die erste Auto-Dien att Der e in Deutschland fand 1838 in ien statt. er erste Autographenkatalog (die Sammlung von Pixérecourt) erschien 1822 u Paris. Der Preis der A. wird durch das Interesse an der schreibenden Person, die Seltenheit der von ihr herrührenden A. sowie durch Inhalt und Umfang der Handschrift Riheit und kann für A. einer und derselben Persönlichkeit sehr variieren. Die große Nachfrage nach A. hat häufig zu Fälschungen geführt, wie unter andern der Prozeß gegen den Architekten von Gerstenbergk (zu Weimar 27. und 28. Febr. 1856) darthat, welcher in großer Anzahl A. von Schiller gefertigt und verkauft hatte. Zur Vergleichung zweifelhafter oder ihm noch unbekannter Handschriften dienen dem Sammler die Faksimiles, die teils Porträts und biographischen Werken beigegeben, teils in einer Reihe von Werken in Lithographie, 7 — und Holzschnitt zusammengestellt worden sind. Dahin gehören für England die Werke von Smith (Lond. 1829), für die Niederlande von Nathan (Utr. 1837), für Frankreich von Delpech (2 Bde., Par. 1832), sowie die allgemeinen von Dorow (Berl. 1836—38) und Isographie des hommes célèbreso (4 Bde., Par. 1843), über 700 Faksimiles enthaltend. In Paris wird von Charavay seit 1862 eine Zeitschrift unter dem Titel L'amateur d'autographeso herausgegeben. Anweisungen für Sammler enthalten Fontaines «Manuel de L'amateur d'autographeso (Par. 1836) und Günthers und Schulz' «Handbuch für Auto rette der geucht (Lpz. 1856), welch letzteres auch Preise der gesuchtern A., wie dieselben in deutschen, franz. und engl. Auktionen gezahlt