Falaisen heißen die längs eines Teils der Nord½% sich hinziehenden Steilküsten in der östl. Normandie. Etwa 20 km südlich von der Mündung der Dorls Aulr die Dünen und aar die auf. Beim Dorfe Ault (Depart. Somme) steigt die Küste steil in F. auf; schwach gekrümmt, wendet sie sich nach SW. und stellt dem Meere eine mächtige, 100 und mehr Meter hohe Felsmauer aus weißer und gelblicher Kreide entgegen. Dies ist die F. des Landes Caur, in welche die Wasserläufe hier und tiefe Querschnitte gegraben Hafen; in jeder derselben befindet sich ein kleiner Hafen oder ein Seebad, Tréport an der Bresle, Dieppe am Arques, Valery-en-Caux, Etrétat. Die Leuchttürme auf der Aillyspitze und bei Fecamp warnen vor dieser Küste. Beim 100 m hohen Cap d'Antifer wendet sich die Küste nach SSW. und bildet eine Mauer einförmiger bis zum Cap de la Heve, welches 105 m hoch steil vom Meere aufsteigt und dessen Fuß mit den unablässig von den Wogen angenagten Trümmern der F. überstreut ist. Auf diesem Kap erhebt sich bis zu 121 m Höhe über das Meer ein Leuchtturm, welcher sein doppeltes elektrisches Licht bis in 56 Em Entfernung leuchten läßt. Westlich von der Mündung der Seine zieht sich die Küste nach SW. und bietet fast durchweg einen schönen Sandstrand, welchen an einigen Stellen die Kreidefalaisen des Landes Auge und einige Felsen, wie die Roches noires, beherrschen; dort münden die Touques und die Dives. Zwischen der Dives und Orne treten Dünen an die Stelle der F. Die Südküste von England weist entsprechende ähnliche Steilwände am Meere auf.