Cette, Seestadt und Kriegsplatz ersten Ranges im In Depart. Herault, im Arrondissement und 30 km Waln iund von Montpellier, Knotenpunkt der Südbahn und der Lyon-Mittelmeerbahn, au der Landzunge zwischen dem Mittelmeer und demn schiffbaren Strandsee Thau (Etang de Thau, 18 ku lang, 5—6 Km breit, früher ein Meerbusen), in welchen der bei Toulouse beginnende Südkanal mündet, und zu beiden Seiten des durch die Landzunge ins Meer führenden Kanals von C, der die eigentliche Mündung des erstern bildet. Auch mit dem Rhöne steht C. in Verbindung durch den Canal des Etangs und de Beaucaire. Die Stadt lehnt sich in einem Halbkreise an einen schroffen Kalkberg, auf welchem die Citadelle steht, und ist von den beiden rechtwinkelig sich kreuzenden Kanälen durchschnitten. Das sichere, jetzt sehr ausgetiefte, etwa 85 ha große Hafenbassin, das 400 10 Orat faßt, wird durch die Forts St.⸗Pierre und St.⸗Louis verteidigt und hat einen 32 m hohen Leuchtturm auf dem Molo St.⸗Louis und ein 14 m hohes Leuchtseuer. Zum Schutz gegen das Meer und die Versandung des Hafens sind große Molen in die See hineingebaut, mit denen die Quais der Reede eine Länge von 7336 m haben. C. ist nach Marseille der bedeutendste franz. Hafen und das wichtigste Seehandels-Entrepöt am Mittelmeer, für Montpellier, den Südkanal und die Siidbahn der Hauptstapelplatz und Ausfuhrort des Weins und der übrigen Produkte der nächsten Departements, aber der uleejch zigste und unangenehmste Ort des südl. Fran reich. Es zählt (1881) 34 537 E., ist der Sitz zahlreicher Konsulate, hat ein Handels- und ein Friedensgericht, ein Hauptzollbureau, Schiffswerfte für die Marine, eine Börse, Handelskammer (seit 1872), eine HydrographischeSchule, ein K ommunal⸗-Collége, einen botan. Garten, ein Naturalienkabinett, ein Museum für Altertümer und ein Theater. Seine See⸗ und Sandbäder werden ührlic von 3—-4000 Badegästen besucht. Es steht in Dampf chiffverbindung mit Marseille, Nizza, Genua, Livorno, Barcelona, Valencia, Alicante, Cartagena, Almeria, Malaga, Cadiz, Algier, Oran, Rio de Janeiro, Bahia und Pernambuco. Die Industrie ist bedeutend, namentlich die Böttcherei und die Weinfabrikation. Neben der Präparation des Cetteweins wird sog. Madeirawein aus weißen Roussillonweinen, sowie alle Arten franz. und span. Weine und Branntweine verschnitten, vermengt und in ungeheuern Quantitäten fast nach allen Teilen der Welt, namentlich nach England, Holland und Rußland versandt. Die hiesigen Küfereien beschäftigen allein 2000 Arbeiter. Außerdem fabriziert man iqueure, wohlriechende Wässer, Seifen, Korkpfropfen, Chemikalien u. s. w. Aus den bedeutenden Salzteichen der Umgegend fördert man jährlich 140000 Ctr. Baisalz. Auf den Werften sind 1200 Arbeiter thätig. Die Fischerei, besonders Thunfisch⸗ und Sardinenfang, beschäftigt etwa 150 FAucht auf dem Meere und 200 auf den Küstenseen. Auch rüstet man Fahrzeuge zum Stockfischfang bei Neufundland aus. Die Anstalten zum Trocknen und Salzen der Fische liefern jährlich 5 Mill. kg Kabeljau und 5—600000 kg Sardinen. Noch schwunghafter ist in C. der Handelsbetrieb. Im F. 1879 gingen aus 2568 Schiffe von 639371 t. Die Hauptartikel des Exports sind Wein und Branntwein, Salz, Weinstein, Grünspan, Pfropfen und l. Im J. 1879 wurden 306 938 hl Wein und Sprit, 38477 t Salz, 50936 t Steinkohlen ausgeführt. Die umfaßt Kolonialwaren, Leder, Häute und Wolle vom La Plata, Mehl, Metalle, Stockfisch, Steinkohlen, Teer, Harz, Kork, Obst, span. Weine u. s. w. Der als Landmarke für die Seefahrer wichtige Berg von C., Mont St.⸗Clair, 180 m hoch, der große rmißt, sind unter K aufzusuchen. Massen vorweltlicher Knochen enthält, hieß bei den Alten Mons Setius, und bereits im fränk. Zeitalter kommt hier ein Ort Sette vor. Die jetzige Stadt wurde jedoch erst 1666 nach Colberts Angaben unter Leitung des Ingenieurs Riquet, des Erbauers vom Canal du Midi, mit großen Kosten wegen des sehr morastigen Bodens angelegt.