Falcöner (Hugh), engl. Paläontolog, geb. 29. Febr. 1808 in Forres in Schottland, studierte zu Aberdeen und Edinburgh Medizin und trat dann als Wundarzt in die Dienste der Ostindischen Kompagnie, die ihm 1832 die Aufsicht über den botan. Garten in Schaharanpur am Fuße des Himalaja übertrug. Von hier aus unternahm er während der folgenden Jahre geolog. Untersuchungen der dem Hauptzuge des Himalaja vorliegenden Kette der Siwalikberge und entdeckte in denselben die ersten Reste einer bis dahin unbekannten subtropischen miocänen fossilen Fauna. Im J. 1837, in welchem ihn die londoner Geologische Gesellschaft durch Verleihung der Wollaston-Medaille auszeichnete, ging er im Gefolge Sir Alexander Burnes' nach Peschawer und Kaschmir, entdeckte in den Bergen unter anderm die Asa foetida-Pflanze, kehrte 1838 mit reichen botan., geolog. und paläontol. Schätzen nach Schaharanpur zurück und nahm 1842 einen mehrjährigen Urlaub. Die J. 1843 —47 brachte er, mit der Ordnung und Beschreibung seiner heimgeführten Sammlungen beschäftigt, in England zu. Der größte Teil seiner botan. Sammlungen kam nach Kew; die geolog. und paläontol. Sammlungen wurden dem Britischen Museum überwiesen. Auf Kosten der Ostindischen Kompagnie begann er 1846 sein Hauptwerk, die Fauna antiqua Sivalensisv, das jedoch nicht über die Anfänge hinauskam. 2— Ablauf seines Urlaubs ging F. 1848 wieder nach Indien, wurde Direktor des botan. Gartens und Professor der Botanik an dem Medizinischen Kollegium in Kalkutta, bereiste 1850 zur Untersuchung der Teakwälder die Provinz Tenasserim, nahm aber 1855 seinen Abschied aus dem Dienste der Kompagnie. Von neuem mit Plänen zur Ausführung seines Werks über die Fauna Sivalensiso beschäftigt durchforschte F. seitdem sämtliche geolog. Museen Curopas. Während seiner letzten Lebensjahre nahm besonders die Untersuchung der in Höhlen erhaltenen paläontol. Reste seine Aufmerksamkeit in Anspruch. Spezielle Studien machte er nach dieser Richtung in Schottland und Wales sowie in Sicilien, wo er die Grotta di Maccagnone entdeckte. Während der Herbstmonate von 1864 untersuchte . die IUꝗꝗ+ in der Umgegend von Gibraltar, starb aber ald nach seiner Rückkehr nach England, 31. Jan. 1865. Sein wissenschaftlicher Nachlaß wurde unter dem Titel DDr. Hugh F.“s palaeontological memoirs and noteso (2 Bde., Lond. 1868) von Murchison herausgegeben. ö