Fortune (Rob.), durch seine botan. Reisen bekannter Engländer, geb. 1813 in der Nähe von Berwick, erlernte die Kunstgärtnerei und erhielt eine Anstellung beim botan. Garten in Edinburgh, sowie später in den Gärten der Horticultural-Society zu Chiswick. Aufträge dieses Instituts führten ihn 1843 nach China, wo er Hongkong, Kanton, Amoy besuchte, die Insel Tschusan durchstreifte und Ausflüge nach dem Distrikt des grünen Thees in der Provinz Tsche-kiang sowie nach Fukien unternahm, um die Heimat des schwarzen Thees kennen zu lernen. Die Resultate dieser Expedition, die drei Jahre dauerte, legte er in den für die Kenntnis der Flora dieser Gegend wie für die des Ackerbaues der Chinesen, namentlich der Kultur der Thee⸗ und Baumwollpflanze wichtigen Three years' wanderings in the northern provinces of China v (2 Bde., Lond. 1847) nieder. Noch ergiebiger wurde F.s zweite Reise nach China, die er 1848 antrat, um für die Theepflanzungen der Ostindischen Kompagnie im Himalaja die besten chines. Theesorten zu erhalten und mit dem Anbau und der Zubereitung derselben vertraute Arbeiter anzuwerben. F. reiste von Schanghai den Tsien-tang stromaufwärts, drang durch das Thal des Tsien-tang nach den Boheabergen, besuchte Ho-kou, das Emporium des Handels mit schwarzem Thee, und kehrte über die 2500 m — Gebirgskette, die die Provinzen Kiang-si und zukien scheidet, an die Meeresküste zurück. Diese roßen Reisen schilderte F. in seinem zweiten, ebenso ehrreichen als interessanten Werk Journey to the tea-countries of China (3 Bde., Lond. 1852). Nachdem er in der WAupometert als Direktor des botan. Gartens der Apothekerinnung in Chelsea fungiert hatte, führte er im Auftrage der Ostindischen Kompagnie 1853—56 eine neue Reise aus, die er in den wichtige Mitteilungen über den Binnenhandel und die industrielle und landwirtschaftliche Thätigkeit der Chinesen enthaltenden Residence among the Chinese: Inland, on the coast and at scay (Lond. 1857) beschrieb. Kaum nach England nrückgekehrt, wurde der Reisende von der amerik. legierung aufgefordert, für sie die Samen des Theestrauchs und anderer Pflanzen in China einzusammeln, welche Aufgabe ihn 1857—683 beschäftigte. Er dehnte seine Forschungen bis nach Japan aus. Die Ergebnisse derselben legte er in dem Werke „Japan and Chinas (Lond. 1863) nieder. Er starb im April 1880 als Gutsbesitzer in Schottland.