Falk authre Daniel), deutscher Schriftsteller und Philanthrop, geb. zu Danzig 28. Okt. 1768, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte dann zu Halle und lebte seit 1797 als Privatgelehrter in Weimar. Hier fand er 1806 beim Einmarsche der Franzosen Gelegenheit, um Stadt und Land sich verdient zu machen, wofür ihn der Herzog zum Legationsrat ernannte. Noch größere Verdienste erwarb er sich 1813 durch die Stiftung der «Gesellschaft der Freunde in der Noto und die Gründung einer Rettungs⸗ und Erziehungsanstalt für verlassene und verwahrloste Kinder, welche letztere, seit 1829 vom Staate übernommen und in beschränkterm Maße fortgeführt, als Falksches Instituto noch besteht. F. sarb 14. Febr. 1826. Seine ersten Satiren: Der Menscho (Lpz. 1795), „Der Mensch und die Helden; zwei satirische Gedichtes (Lpz. 1798), Die heiligen Gräber zu Kom und die Gebeter (Lpz. 1796 u. 1799), sind reich an treffendem Witz; aber seine spätern Werke stehen jenen nach, wenn auch die sieben Jahrgänge seines (Taschenbuch für Freunde des Scherzes und der Satiren (1797—1803) vieles Gelungene enthalten und sein dramatisches Gedicht Prometheusv (Tüb. 1803) trotz des Mangels an Harmonie und Vollendung im einzelnen ein treffliches Werk voll tiefer Gedanken ist. Die Schrift „Leben, wunderbare Reisen und Irrfahrten des Johannes von der Ostseer (Bd. 1, Tüb. 1805) blieb unvollendet. Im J. 1806 gab'er die Zeitschrift Elysium und Tartaruso (Weim.), 1806—7 das Taschenbuch Grotesken, Satiren und Naivetäten » (Tüb. u. Stuttg.) heraus. Später erschienen von ihm Oeeaniden (Bd. 1, Amsterd. 1812) und «Röm. Theater der Engländer und Franzoseno (Bd. 1, Amsterd. 1811). Das dritte Reformationsjubiläum 1817 feierte er durch zwei Gedichte in Stanzen, welche von Ad. Wagner unter dem Titel (F.s Liebe, Leben und Leiden in Gotto (Altenb. 1817) herausgegeben wurden. Derselbe gab auch 4F.s auserlesene Schrifteno (3 Bde., Lpz. 1819) heraus. Nach F.s Tode erschienen: „Volksspiegel zur Lehre und Besserung (Lpz. 1826), eine neue Sammlung seiner Satirischen Werker (7 Bde., Lpz. 1826) und nach Goethes Tode, wie F. bestimmt hatte, Goethe aus näherm persönlichen Umgange dargestellto (Lpz. 1832; 3. Aufl. 1856). Vgl. Johannes F. Erinnerungsblätter aus Briefen und Tagebüchern, gesammelt von dessen Tochter Rosalie F.y (Weim. 1868); Heinzelmann, «Johannes F. und die Gesellschaft der Freunde in der Noto (Erfurt 1879); Armin Stein (H. Nietschmann), Johannes F. Ein Zeit⸗ und Lebensbildo (Halle 1881).