Förster (Karl August), Dichter und übersetzer, eb. 3. April 1784 zu Naumburg an der Saale, besuchte die dortige Domschule und studierte seit 1800 Theologie zu Leipzig. Später lebte er in Dresden, wo er seit 1806 als Adjunkt, 1807 als zweiter Professor am Kadettenhause angestellt wurde und 1828 zum ersten Professor dieses Instituts aufrückte. Er starb 18. Dez. 1841. F. trat zuerst mit der Übersetzung von Petrarcas «Gedichtenp (2 Tle., Lpz. 1818—19; 3. Aufl. 1851) hervor. Später erschienen von ihm die Uübersetzung von Tassos Auserlesenen lyrischen Gedichteno (2 Tle., Zwickau 1821; 2. Aufl., Lpz. 1844), «Rafael, Kunst und Künstlerleben o, ein Cyklus von Gedichten (Lpz. 1827), «Sammlung auserlesener Gedichte für Gedächtnis⸗ und Redeübungenv (Dresd. 1820; 5. Aufl. 1854), der unvollendet gebliebene «Abriß der allgemeinen Litteraturgeschichtes (Bd. 1 —4, Abteil. 1, Dresd. 1827—30) und die übersetzung von Dantes (Vita nuovay (Lpz. 1841). Die von Wilh. Müller begonnene «Bibliothek deutscher Dichter des 17. Jahrh.y wurde von ihm fortgeführt und 1838 mit dem 14. Bande geschlossen. Seine zahlreichen und zum Teil sehr ansprechenden Gedichte, deren mehrere von Weber und andern namhaften Komponisten in Musik gesetzt wurden, erschienen nach seinem Tode mit einem Vorwort von Ludw. Tieck (2 Bde. Lpz. 1842), gesammelt von seiner Gattin, Luise F., einer Schwester der Brüder Friedrich und Ernst F., geb. 4. Juni 1794, gest. 17. Juni 1877 in Dresden. Auch wurden von F.s Gattin Biographische und litterarische Skizzen aus dem Leben und der Zeit Karl F.so (Bd. 1, Dresd. 1846) bearbeitet. Von ihren eigenen schriftstellerischen Arbeiten erschien Der Wiedererwecktes (2 Bde., Lpz. 1862) unter dem Pseudonym Ludwig Kreuz. — Die Tochter beider, Marie F., geb. 9. März 1817, gest. 28. April 1857 zu Dresden, war ebenfalls Dichterin und Schriftstellerin. Ihre Gedichtes erschienen kurz vor ihrem Tode (Opz. 1857); auch gab sie heraus: „Briefe aus Südrußland» (Lpz. 1856).