FeedFalstaff (Sir John)
GeschichteBrockhaus 1882

Falstaff (Sir John), der stete Begleiter des ausschweifenden Prinzen Heinrich von Wales, nachmaligen Königs Heinrich V. von England, gest. 1421, ist die originellste dramatische Person, welche Shakspeare in seinem „Heinrich IV.y und Eihabech auf ausdrückliches Verlangen der Königin Elisabet in den Lustigen Weibern von Windsorv gezeichnet hat. F. ist ein wahrer Heros der Taugenichtse, dabei aber unterhaltend, von unverwüstlich guter Laune und unerschöpflich an witzigen Bemerkungen; er ist Soldat, aber ein ebenso feiger Soldat als lügenhafter Prahler, ergraut im Wohlleben und noch im Alter lüstern und liederlich. Unter einem plumpen und wohlbeleibten Außern verbirgt er den gewandtesten Schalk und weiß geschickt einzulenken, wenn die Dreistigkeit seiner Späße anfängt übel empfunden zu werden. Seeland, durch den Grönsund von Möen, durch den überbrückten Guldborgsund von der Insel Laaland getrennt, mit welcher zusammen sie das Amt Maribo bildet. Sie hat nebst dem jetzt durch Dämme verbundenen Eiland Hasselö und fünf kleinen Holmen ein Areal von 463 qkm, ist niedrig und im Nordwesten von einem Hügelzug, der im Bavnehöi 43,5 m hoch aufsteigt, durchstrichen, beraus fruchtbar und gut angebaut, sodaß sie einem reizenden Garten gleicht, und zählt (1880) 30212 E., die vorzugsweise Ackerbau und Viehzucht treiben. Mehrere Ortsnamen sind wendischen Ursprungs, und an einigen Plätzen haben Holländer kolonisiert. Die Hauptstadt Nykjöbing am Guldborgsund, mit einem Schlosse und Kathedrale und (1880) 4560 E., blüht durch Handel, Schiffahrt und Gewerbe. In nördl. Richtung geht von Nykjöbing nach Orehoved, Vordingborg auf Seeland schräg gegenüber, eine Eisenbahn. Früher im Besitze mehrerer Adelsgeschlechter, wurde die Insel seit dem 16. Jahrh. durch Ankauf königl. Domäne und Witwensitz mehrerer Königinnen (Sophie 1588 — 1631, Sophie Amalie 1670—85, Charlotte Amalie 1700—14).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 555Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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