FeedForteseue
GeschichteBrockhaus 1882

Forteseue, engl. Familie, soll von Richard le Fort abstammen, welcher den Herzog Wilhelm von der Normandie nach England begleitete und ihn in der Schlacht von Hastings mit seinem Schilde deckte, weshalb er den Namen Fort-escu (starker Schild) erhielt und wovon das Wappen der Familie noch jetzt die Devise Forte scutum salus ducumo trägt. — Sir John F. war einer der tapfersten Feldherren Heinrichs V. — Dessen Sohn, Sir John F., studierte in Oxford die Rechte und ward 1442 Oberrichter der King's-Bench. Im Kriege der Rosen hielt er sich zu den Lancastriern und floh 1461 mit der Königin Margarete nach dem Kontinent, wo er für den jungen Prinzen Eduard von Wales die berühmte Abhandlung De laudibus legum Angliaer schrieb, welche zu Anfang des 16. Jahrh. im Druck erschien und bald darauf auch ins Englische übersetzt wurde (beste Ausgabe von Amos, Cambr. 1825). F. kam 1471 mit dem Prinzen von Wales nach England zurück, unterwarf sich nard Ermordung desselben dem Hause York und star um 1485 auf seinem Landsitze Ebrington in Gloucestershire. Außer seinem Hauptwerke hat sich von ihm noch der Traktat The difference between absolute and limited monarchys (Lond. 1714) erhalten, in welchem er die Vorzüge der parlamentarischen Institutionen pries, deren sich England schon damals im Vergleich mit den benachbarten Ländern erfreute. Sein Enkel John, von dessen jüngerm Bruder William die irischen Lords Clermont abstammen, war der Altervater Sir Hugh F.s, der seiner Großmutter, der Gräfin von Lincoln, 1721 als Baron Clinton in der engl. Peerage 5.er und 1746 zum Grafen Clinton und Baron erhoben wurde. Er starb 3. Mai 1751, worauf die Grafenwürde erlosch, die Baronie aber auf seinen Halbbruder Matthew, gest. 10. Juli 1785 überging. Dessen Sohn Hugh, geb. 12. März 1753, ward 1789 zum Viscount Ebrington und Grafen F. ernannt und starb 16. Juni 1841. Hugh, zweiter Graf F., geb. 13. Febr. 1783, studierte in Orford und trat 1804 als Viscount Ebrington für Barnstaple ins Parlament, wo er sich den Whigs anschloß, wurde 1831 zum Abgeordneten für Devonshire gewählt und nahm an der Debatte über die Reformbill lebhaften Anteil. Nachdem er 1839 in das Oberhaus berufen worden, erhielt er das Amt des Lordlieutenants von Miuti⸗ welches er bis zum Sturze des liberalen Ministeriums im Aug. 1841 bekleidete. Hierauf war er 1846— 50 Lord-Steward des königl. Hofs und starb zu Exeter 14. Sept. 1861. Als Schriftsteller hat er sich durch eine Biographie seines Freundes Lord King bekannt gemacht, die er den von ihm herausgegebenen «Selections from the speeches and writingso desselben (Lond. 1844) beifügte. Hugh, dritter Graf F., Sohn des vorigen, geb. 4. April 1818, wurde in Harrow erzogen und 1841 von der Stadt Plymouth ins Unterhaus gewählt. Von 1846 bis 1847 war er Lord des Schatzes, dann bis 1851 Sekretär des Poor-Law-Board und endlich Mitglied der Sanitätskommission, in welchen Amtern er sich durch seine aufopfernde Thätigkeit für das Wohl der ärmern Klassen die allgemeinste Achtung erwarb. Seit 1854 Parlamentsmitglied für Marylebone, wurde er 1859 durch eine Augenkrankheit in seinen gemeinnützigen Bemühungen unterbrochen. Noch bei Leb— . seines Vaters zum Peer erhoben, folgte er emselben 1861 in den Gütern und Würden der Familie. — Sein ältester Sohn ist Hugh, Viscount Ebrington, geb. 16. April 1854, der bei den allgemeinen Neuwahlen von 1880 als Mitglied für Tiverton ins Unterhaus gewählt wurde.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 32Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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