FeedFaltenlegmaschine
TechnikBrockhaus 1882

Faltenlegmaschine (frz. machine à plier, engl. plaiting-machine), ein Apparat, der bestimmt ist, das in den meisten Fällen durch Handarbeit bewirkte Legen der Falten von Stoffen oder Geweben vor dem Nähen selbstthätig zu verrichten, und der deshalb meist mit einer Nähmaschine kombiniert wird. Spezielle Verwendung finden die F. bei der Fabrikation gefältelter Hemdeneinsätze und der IH von Rüschen, Plisses u. s. w. Dem etztern Zweck dient die Konstruktion von H. Bukofzer in Berlin. Dieselbe besteht aus einem Apparat, durch welchen zwei gezahnte Stahlmesser (Ober⸗ und Untermesser) in Betrieb gesetzt werden, und einer hinter demselben liegenden Nähmaschine mit zwei Nadeln, von denen die hintere, wenn man nur mit einer Nadel arbeiten will, herausgenommen werden kann. Apparat und Nähmaschine sind verbunden und arbeiten gleichzeitig. Uber dem vorn liegenden Obermesser ist an einer dünnen Welle eine doppelte Stofführung angebracht, die seitlich je nach der Breite des Stoffs zu verschieben ist. Durch diese Führung schiebt man den Stoff zwischen beide Messer zur hintern Nadel über die Transportierung hinweg vor, sodaß derselbe von beiden Nadeln zugleich erfaßt werden kann. Die Tollen⸗ und Faltenlagen werden durch eine am Apparat befindliche Schraube reguliert. Um kleinere Falten oder Tollen herzustellen, wird die Schraube nach rechts, um größere anzufertigen, nach links gedreht. Zur Regulierung des Zwischenraums und des Einschlags dient die Stichstellung der Nähmaschine; die größern Stichlängen bewirken mehr Zwischenraum, die kleinern mehr Einschlag. Zur Herstellung von Plisse werden die Hebel gelöst, wodurch das Obermesser außer Thätigkeit tritt. Jatter, sovicl wie Schmetterling (s. d.); dann speziell eine Familie der Tagschmetterlinge.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 555Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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