Faringdon, sehr alte Stadt in der engl. Grafschaft Berks, 48 EKm im NW. von Reading, 3 km südl. von der Themse, Endpunkt einer Abzweigung der Great-Westernbahn, zählt w1881 5518 E., welche Hopfen bauen und Handel mit Schweinen und Schinken treiben. UÜber 40000 Schweine werden Eeis jährlich geschlachtet. In der Nähe der Stadt efindet sich der 272 m hohe White-Horse-Hill, an dessen Abhang eine 113 m lange Pferdegestalt schon in angelsächs. Zeit eingeschnitten ist, woher der Name des Hügels stammt. Auf dem Gipfel des letztern ist Uffington Castle, eine Schanze dänischen Ursprungs. arinha Aut Carlo) s. unter Copernicia. arini (Luigi Carlo), ital. Staatsmann und Schriftsteller, geb. 22. Okt. 1812 —˙ Russi in der Romagna, studierte zu Bologna Medizin und war dann an verschiedenen Orten und in seiner Vaterstadt als praktischer 1· 5 thätig. Durch seine Teilnahme an den polit. Bewegungen seit 1841 der päpstl. Polizei verdächtig, mußte er 1843 das Land verlassen, ging nach Florenz und von da ausgewiesen 20 Paris, kehrte infolge der von Pius IX. erteilten Amnestie in den röm. Staat zurück und ließ sich in Osimo als Arzt nieder. Im röm. Reformministerium von 1848 war er Unterstaatssekretär des Ministers des Innern und machte sich durch Herstellung der Ordnung in Bologna verdient; unter Pellegrino Rossi übernahm er die Verwaltung des Sanitätswesens und der ordung nisse, welchen Posten er auch nach der Ermordung Rossis behielt. Erst als die republikanische Partei den Sieg erlangt, verließ er Rom, wandte sich nach Toscana und schließlich nach Turin. Dort ab er das satirische Blatt La Frusta heraus, schrieb für das „Risorgimentoo und veröffentlichte 1850 seine «Storia dello stato Romano dall' anno 1814 al 1850 5 (3. Aufl., 4 Bde., Flor. 1853; englisch übersetzt von Gladstone Murray, 4Bde., 1854), worin er als Reformer sowohl die Reaktion wie die revolutionäre Aktion Hinig angriff. Seine Storia d'Italia dall'anno 1814 al 18505, eine Fanden in des Bottaschen Werks, erschien in zwei Bänden in Mailand. Bald trat er in die piemontes. Kammer ein und wurde noch unter M. d' Azeglio Minister des öffentlichen Unterrichts. Als Abgeordneter vertrat F. in der Kammer 1 bie die Politik des Grafen Cavour und stiftete zu diesem Zweck auch das polit. Journal II Piemontey. Während der Ereignisse von 1859 ging er als vertrauter Agent Cavours nach Parma und Modena, wo er nach dem Frieden von Villafranca von den Volksvertretungen zum Diktator erwählt wurde, die Reorganisation der Herzogtümer durch Einführung sardin. Gesetze betrieb und alles that, um die Annexion derselben an Piemont zu fördern. Nach der Annexion der Herzogtümer wurde F. im dritten Ministerium Cavour Minister des Innern, in welcher Stellung er bis zum Oktober 1860 verblieb. Nach dem Rücktritt des Ministeriums Rattazzi im Dez. 1862 trat F. unter sehr schwierigen Verhältnissen als Ministerpräsident an die Spitze des neuen Kabinetts, suchte im Sinne der Cavourschen Politik fortzuwirken, verfiel aber infolge von überanstrengungen seit März 1863 in eine geistige Aufregung, die bald in Wahnsinn überging, und starb 1. Aug. 1866 zu Quarto bei Genua. Sein aerd Domenico F. wurde in neuester Zeit wiederholt zum Präsidenten der ital. Deputiertenkammer gewählt.