Capponi (Gino, Marchese), 4. Sen. 1795 orent. Gelehrter, geb. zu Florenz 14. ept. 1792, tammte aus einem der edelsten Geschlechter. Gino, eri, Piero C. im 15., Niccold im 16. Jahrh. gehörten zu den verdientesten Bürgern der Republik und thaten sich im Waffendienst und in der Verwaltung und Politik, C1 Teil auch als Geschichtschreiber, hervor. C. wurde in Wien und Florenz erzogen, machte Reisen durch Italien Frankreich, England und Deutschland und lebte sodann in Florenz den Wissenschaften, bis ihn, nachdem er schon längere Zeit erblindet war, im Sommer 1848 in verhängnißvollem Moment das allgemeine Vertrauen an die 7½ der großherzogl. Verwaltung berief. Inmitten der damaligen Aufregung und der Schwäche der Autorität vermochte er jedoch nicht das Land vor der demokratischen ½½½ zu bewahren, auf welche, nach dem Siege bei Novara, die österr. Okkupation folgte. Ins Privatleben und zu den Studien zurückgekehrt, hielt er sich seitdem von dangen zel hätigkeit fern, nahm auch an den Vorgängen seit 1859 keinen thätigen Anteil, übte jedoch großen moralischen Einfluß auf die gemäßigte artei. Nach Bildung des Königreichs Italien wurde er Senator, Vorsitzender der Geschichtskom —— für Toscana, Umbrien und die Marken. Er starb 3. Febr. 1876 in Florenz. C. hat Collettas Storia del reame di Napolis und die wichtigen Documenti di storia italiana (Flor. 1836—37), unter G. Molinis Namen, herausgegeben. Im 1875 erschien seine Storia della repubblica di x irenze5 (2 Bde., 2. Aufl. 1876; deutsch von Dütschke, 2 Bde., Ey 1876), seit Machiavelli der erste größere Versuch einer polit. Geschichte des reistaats. Zu dem «Archivio storico itälianos at er manche tüchtige Arbeiten, z. B. über die ongobarden, geliefert, welche nebs manchem andern in den Scritti editi e ineditis (2 Bde., Flor. 1877) gesammelt erschienen sind. Als R der Akademie der Crusca hat er mit Becchi, Borghi, Niccolini einen verbesserten Text der Divina Commedias (Flor. 1837) besorgt und an dem fünften Druck des Vocabolario degli Accademici della Cruscas thätigsten Anteil genommen. Vgl. Tabarrini, „Gino C. (Flor. 1879); A. von Reumont, „Gino C.v (Gotha 1880).