Farinati (Paolo), Historienmaler der oberital Schule aus Verona, wo er 1524 geboren wurde. Ohne eigentlich zur benachbarten Schule von Venedig zu gehören, steht er doch in einem wichtigen Berhättnisse zu derselben, indem seine eigentümliche geistvolle Malweise manche Erscheinung in deren späterm 3 eichn vorbereitet. So entwickeln sich in F.s kühn R neten und koloristisch prunkvollen Gemälden Momente, welche dann in Tintoretto und Paolo Veronese erst ihre volle Ausbildung fanden. Seine Kompositionen sind von schwungvoller Gewalt, fast stürmisch bewegt und zeugen von äußerst lebhafter Phantasie, so seine Fresken in San-Bernardino, San-Nazaro und Giovanni in Fonte. Olbilder besitzen die Galerien von Wien und Berlin, sein Hauptwerk ist die Speisung der Siebentausend in San-Giorgio Maggiore, welche er 1603 malte. Ausgegangen ist F. von der Manier des milden einheimischen Meisters Giolfino, von dem er sich indes bald abwendete. Man hat auch Radierungen von ihm. F. starb 1606. Pten und (Carlo), genannt Broschi, einer der größten und berühmtesten Sängercastraten des 18. Jahrh., später erster Minister Philipps V. von Spanien, Fegf 24. Jan. 1705 zu Neapel, erhielt seine musikalische Bildung durch Porpora und Pistocchi in Bologna. Er ging 1734 zu der Theatergesellschaft Porporas nach London, die der dortige Adel gegen Händels Oper errichtet hatte, erregte hier vorübergehend großen Enthusiasmus und sammelte beträchtliche Reichtümer. Nachdem er sich alsdann * Zeit in Paris aufgehalten, due er 1737 nach Madrid, wo er zehn Jahre hinurch jeden Abend vor Philipp V. und der Königin Elisabeth sang. Als er durch seinen bezaubernden Gesang den in tiefe Melancholie versunkenen König endlich dahin gebracht, daß eine ärztliche Be— Lonnte seiner Krankheit vorgenommen werden onnte, wurde er dessen Liebling und später erster Minister. Durch kluges Benehmen wußte er sich auch unter Philipps V. Nachfolgern, balten, bi VI. und Karl III., am dortigen Hofe zu halten, bis er 1761 mit Schätzen beladen nach Italien zurückkehrte und sich unweit Bologna ein Landhaus bauen ließ. Hier lebte er im Verkehr mit Pater Martini, uanb 45 eine schöne musikalische Bibliothek und starb 15. Sept. 1782. Seine Stimme war ein Contralto von großem Umfang und außerordentlicher Beweglichkeit, stark und von sinnlich schönem Klang, aber an Ausdruck weder besonders tief noch mannigfaltig. 5