Fasan (Phasianus) ist der Name einer sehr schönen, in Asien einheimischen Vögelgattung aus der Familie der eigentlichen Hühnervögel, die sich durch den Mangel von Kämmen und Hautlappen und den langen, keilförmigen Schwanz von den eigentlichen Hühnern unterscheidet. Der Körper ist gestreckt, schlank, der Kopf meist mit Kragen oder Federbüschen geziert, die Männchen stets weit größer und prachtvoller gefärbt als die Weibchen. Am bekanntesten ist der gemeine Fasan (Ph. Colchicus), welcher aus Kaukasien stammt, schon in den frühesten Zeiten bekannt war und zu dem schmackhaftesten Federwildbret gezählt wird. Er ist ein dummer Vogel, gehört aber zur hohen Jagd und wird in Europa meist in Fasanerien gehalten, d. h. Anlagen zur Hegung der F., wozu man teils des Wegfliegens, teils der Raubtiere wegen ein möglichst vom Walde entferntes, Überschwemmunen nicht ausgesetztes, mit Wiesen abwechselndes Feldgehölz wählt. In wilden Fasanerien sorgt man bloß für den Schutz gegen Raubtiere und für Winterfütterung; ½• Sorgfalt und Kosten erfordern dagegen die zahmen Fasanerien, namentlich hinsichtlich der Züchtung und Fütterung der Jungen. Die meisten Der amuf finden sich jetzt in Widbrer das auch den pariser Markt mit diesem Wildbret versieht. Die wertvollsten F. sind die, welche im Herbste eingefangen, eine Zeit lang in den Kammern gefüttert und dann gefedert, d. h. getötet werden, indem ihnen mit einer Feder das verlängerte Mark, da wo der Schädel mit dem Rückenmarke verbunden ist, durchstochen wird. Weit weniger Wert n die geschossenen F. Um den vollen Wohlgeschmack und den dacghahgen feinen Parfum zu erhalten, muß der F. je nach der Jahreszeit kürzer oder länger aufgehängt bleiben, allerdings nicht, wie die landesläufige Jägerregel lautet, am Schwanze, so lange bis der Vogel von selbst herunterfällt. über Anlage von Fasanerien Der Silberfasan (Ph. nycthemerus) ist in China einheimisch, pflanzt sich aber auch in Deutschland sehr leicht fort und verlangt nicht mehr Sorgfalt als das Haushuhn. Der Hahn ist oben silberweiß, mit feinen schwarzen Querlinien elegant gezeichnet, und unterseits purpurschwarz. Bei weitem übertrifft ihn an Buntheit, aber nicht an Schönheit der weit kleinere Goldfasan (Ph. pictus, Abbildung auf Tafel: Geflügelzucht), der an Farbenpracht von keinem der in Deutschland Witterune Vögel erreicht wird; da er aber gegen Witterungswechsel sehr empfindlich ist, so kommt er hier seltener vor. Noch seltener finden sich bei uns der Ringfasan (Ph. torquatus), Buntfasan (Ph. versicolor), Kupferfasan Ph. Soemmeringii) und der langschwänzige Königsfasan (Ph. veneratus), der in China einheimisch und durch die vier mittelsten, 2 m langen Schwanzfedern auffallend ist. In neuerer Zeit hat man in Tiergärten und von da auch in großen Hühnerhöfen die Glanzfasane (Lophophorus) eingeführt, prachtvoll metallisch Hnin Arten, unter welchen der indische (L. refulgens) durch den grünen die 5orr auf dem Kopfe sich auszeichnet, sowie die Hornfasane (Tragopan, Ceriornis satyra), die hornartige Fortsätze am Kopfe und Lappen an der Kehle haben. Beide aus Indien stammende, gegen das Klima sehr empfindliche Gattungen haben nur muo runde Schwänze und bilden gewissermaßen den ÜUbergang von den echten F. zu den Hühnern, während die ebenfalls jetzt in zoolog. Gärten eingeführten Fasanenhühner (Euplocamus) aus Siam und Hinterindien und die sonderbaren Ohrfasane (Crossoptilon), mit Federbüschen hinter den Ohren, aus China und Tibet, durch den kurzen Schwanz zu den Wildhühnern hinüberführen. Andererseits stellen die prachtvollen Argusfasane (Argus giganteus) aus den Wäldern Sumatras und die setzt in Tiergärten nicht seltenen Spiegelpfauen (Polyplectron) aus Hinterindien sich zwischen die F. und Pfauen in die Mitte. asanenberg, Teil der Duderhofschen Berge (. d.) bei Petersburg.