FeedFastenzeiten
ReligionBrockhaus 1882

Fastenzeiten kommt noch das F. an den Tagen der Enthauptung Johannis und der Kreuzerhöhung. In der evang.⸗prot. Kirche ist das F. abgeschafft worden. Die 40tägige Fastenzeit vor Ostern, bei den Protestanten Passionszeit genannt, wird durch sog. Fastengottesdienste (Fastenpredigten) gefeiert. Offentliche Vergnügungen, Hochzeiten und andere Lustbarkeiten sind während dieser Zeit in manchen Ländern streng, in andern weniger streng untersagt. Bei den Mohammedanern wird das F. als sehr verdienstlich —½ Der Koran gebietet es vornehmlich im Monat Ramadan und bestimmt, daß Kranke oder Reisende, welche in diesem Monat nicht fasten können, zu einer andern Zeit, wenn kein Hindernis ihnen im Wege steht, fasten sollen. Außerdem beobachten die Mohammedaner auch freiwillige F. an Tagen, die sie für heilig halten, besonders am zehnten Tage des Monats Moharrem, der mit dem Versöhnungstage der Juden zusammentrifft. während der Quadragesimalfasten (s. Fasten) veranstalteten Bußpredigten, welche namentlich in großen Städten, meist von angesehenen Rednern unter großem Zulaufe der Gläubigen abgehalten werden. Auch in der prot. Kirche sind vielfach Predigten in der Fastenzeit üblich, in welchen meist Passionsbetrachtungen angestellt werden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 599Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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