Bußtage, früher gewöhn ich Buß⸗, Bet⸗ und 77 e genannt, heißen die in manchen Ländern irchlich angeordneten Festtage, welche vorzugsweise den Menschen veranlassen sollen, über sich und sein Verhältnis zu Gott nachzudenken und Buße zu thun. Besondere Bettage gab es schon bei den Römern, wenn bebro Unglücksfälle oder andere Übel den Staat bedrohten oder trafen, zur Sühnung der zürnenden Gottheit. Auch die Lange Nacht bei den Juden war ein nige v B. In der christl. Kirche wurden regelmäßige Bußzeiten (dies rogationum) und außerordentliche für besondere Notfälle (dies supplicationum) unterschieden. Letzterer Art sind die von Kaiser Theodosius bei Gelegenheit eines Erdbebens in Konstantinopel und von Bischof Mamertus zu Vienne (452) zur Abwendung der Heuschreckenzüge angeordneten außerordentlichen Bettage, und ähnliche B. wurden zu allen eiten in d llen allgemeiner Not wiederholt. Als fe n Kirche uß⸗, Bet⸗ und Fastenzeit galt in der alten Kirche die er uochdis Aben (Quadragesima), wozu etwas später noch die Adventszeit und im Mittelalter noch zwei andere Bußzeiten, die eine zwischen Ostern und Pfingsten, die andere im Herbst (Kreuzeserhöhung, 14. Sept.), Hefee wurden. Palle vi gingen die sog. Quatembertage hervor, sodaß alle vier Jahreszeiten ihre Bußzeiten hatten, welche von dem ittwoch in der Quatemberwoche (da in gewöhnlichen Wochen kein Fasttag war) benannt wurden. In der evang. Kirche finden sich neben Beispielen außerordentlicher Buß⸗ und Bettage (so in Sachsen 1547 während der Belagerung von Leipzig, 1633 in der Not des Dreißigjährigen Kriegs und 1770—72 in mehrern prot. Ländern zur Zeit der großen Teurung) — die alten Quatembertage, welche anfänglich hier un da auch noch mit Fasten begangen wurden. Bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs wurde 1870 in Preußen ein allgemeiner B. gefeiert. In Preußen wurden die vier B. unter Hert nitt r. erst auf zwei, dann auf einen reduziert ( ittwoch des Türkenkrie wird gegenwärtig jã 169 nur ein B. gefeiert, am Sonntage Iursouulaat e 6 keinem Ziele geführt. Die gewöhnlich von der und ward von den empörten columbischen Truppen an Laras Stelle zum General erwählt, aber bald darauf von den Seinigen wieder verlassen. B. floh und ging zu den G isber uber, mit denen er geen Columbia focht, bis der Friede zwischen Columia und Peru 1829 seiner Laufbahn ein Ziel setzte. Der Ruf, den er sich in Südamerika erworben, verschaffte ihm in Mexiko, wohin er sich gewendet, eine günstige Aufnahme, sodaß ihn schon 26. Jan. 1829 der Kongreß durch den Einfluß der aristokratisch-kirchlichen Partei zum Präsidenten der Republik Mexiko erwählte. Bald darauf erregte jedoch die demokratische Gegenpartei einen Aufstand in der Hauptstadt, annullierte die Präsidentenwahl und rief den General Guerrero zum Präsidenten aus, während man B. die Vizepräsidentschaft ließ. Diesen Parteienkampf suchte die span. Regierung zu benutzen, um ihre Herrschaft in diesem Lande wiederherzustellen. Am 27. Juli 1829 landete eine span. Invasionsarmee, gegen welche Guerrero die Verteidigungsanstalten sehr lässig betrieb. Während sich unter B.s Oberbefehl bei Jalapa ein Heer gegen die Spanier sammelte, griff unterdessen General Santa-Anna (s. d.) dieselben auf eigene Verantwortung an, zwang sie zur Einschiffung und rettete so die Republik. Infol e der allgemeinen Un-Die Hachrr ward hierauf Guerrero abgesetzt und ie höchste ausübende Gewalt einstweilen (1. Jan. 1830) B. übertragen. Dieser verstand es jedoch nicht, sich beliebt zu machen. Nachdem er mehrere Militärrevolutionen und Aufstände 1830 unterdrückt, brach 3. Jan. 1832 zu Veracruz ein neuer Aufruhr aus, der gro an dessen Spitze sich Santa-Anna befand. B. wurde von letzterm im Okt. 1832 bei Puebla geschlagen, worauf der verbannte frühere Präsident Pedrazza im J. 1833 die Regierun wieder übernahm, der aber schon im olgend ührte seit 1837—41 abmnals die V zurück und U0 selbst erhob sich die Partei de * ie nur mit großer Anstrengung (15. 115 27. Zult 1840) besiegt wurde. Die Verlegenheiten steigerten sich für B. noch durch die Differenzen mit der franz. Regierung, besonders durch die von dieser angeordnete Blockade der mexik. Häfen der Ostküste, welche vom 13. April 1838 bis 9. März 1839 Verkehr und Gewerbe hemmte. Im Sommer 1841 erhob sich egen ihn ein neuer Aufstand, dem sich bald darauf anta-Anna anschloß. Während B. die Hauptstadt verließ, um gegen die Aufrührer zu ziehen, empörte sich auch diese, ½ er sich 30. Sept. 1841 gezwunen sah, die Regierung niederzulegen, die nun anta-Anna wieder übernahm. B. starb zu Queretaro 6. März 1853. 7 von dem ital. busto, nennt man in der Sprache der bildenden Kunst den menschlichen Kopf mit einem Teile der Brust. Die nächste Veranlasfen zur Fertigung von B. gaben die schon im früheten Altertum vorkommenden Hermen, mit einem Kopfe versehene Spitzpfeiler, die man zur Verzierung öffentlicher Plätze sowie in Tempeln und Wohnungen Weiler Aus der Loslösung des Kopfes von dem 7½ entstand die eigentliche B. aus Marmor, Bronze, gebranntem Thon oder Holz. Doch läßt sich weder ihr Gebrauch im frühern Zeitalter der Kunst nachweisen, m hatten die Griechen und Römer einen besondern Namen dafür, vielmehr kam sie bei den ur Ran erst zur Zeit Alexanders, bei den Römern zur Kaiserzeit in Aufnahme. n der —⁷ der gelehrten Studien Griechenlands ildeten die Porträtbüsten der Gelehrten einen bedeutenden Zweig der Kunst, weil man in Museen und Bibliotheken gern ir ünn vollständige Reihen von jenen aufstellte. Die Künstler zeigten dabei ein bewunderungswürdiges Talent, den Charakter der Darzustellenden auszudrücken, ohne immer gerade orträts zu liefern. Man hat B. von Sokrates, lato, dem Stoiker Zeno und andern Demo hen, von Dichtern und Rednern (Isokrates, mosthenes u. a.), von atheniensischen Staatsmännern und ausgezeichneten Frauen. In Rom wurden die Abbildungen von Vorfahren ohne Zweifel nach den zasmes majorum verfertigt, welche nach dem Rechte der Patricier, gewöhnlich in Wachs bossiert und bemalt, in den Raschen des Atriums aufgestellt wurden. 1 waren diese selbst wieder teils reine Idealbildungen, teils von den amilienzügen der Nachkommen abstrahiert. Sichere B. von einem entschiedenen Porträtcharakter hat man zuerst von Scipio Africanus dem Altern. Die Ikonographie der röm. Kaiser liegt in großer Vollstandigkeit vor, während B. röm. Dichter und Gelehrten in viel geringerer Anzahl erhalten sind als von den Griechen. Schon im Altertum gab es Liebhaber, welche B. Harro f wie den gelehrten Römer M. Terentius arro, den Pomponius Atticus u. a. Die erste vollständigere Sammlung von Abbildungen antiker B. lieferte Rom 1. Ursinus in den Illustrium magineso (Rom 1569 u. Antw. 1606); eine andere Visconti in der Lconographie grecque v (3 Bde., 1811) und Iconographie romainen 6 Bde., ar. Wunder . Vgl. Gurlitt, «Versuch über die Bustenkunder agdeb. 1800, und in dessen 4Archäol. Schriften⸗ herausg. von Müller, Altona 1831). Auch die ital. Renaissance war ausgezeichnet in der Bustenbildung; unter den B. aus der Neuzeit gehören einzelne von Rauch und Rietschel zu den vollendetsten Porträtwerken aller Zeiten. Die modernste der 5 begünstigt besonders die malerische Wirkung der B., worin die elgier und Franzosen, neuestens auch ganz besonders die wiener br sich hervorthun. Busto⸗ io, großer lombard. Flecken in der ital. Provinz ailand, 27 km im NW. von Mailand, rechts am Olona und an der Eisenbahn Arona-Mailand, zählt (1881) 9291, als Gemeinde 13233 E., welche viel Wein bauen und Kattun weben. Der Ort hat eine schöne Marien-Rundkirche von Bramante mit schönem Altarblatt von G. Ferrari.