Fätima, die jüngste (vierte) Tochter des Propheten Mohammed, wurde ihm um 606 n. Chr. von seiner ersten Frau, der Chadidsha in Melka, geboren. Im Alter von 15 J. heiratete sie den sechs ahre ältern ritterlichen Ali bin Abü Tälib, weler später dem Othmän im Kalifat folgte. F. wird allgemein als eine ungemein tugendhafte und sehr kluge Frau geschildert, welche als die Mutter der unglücklichen Misie Hasan und Husain in der Ge-GBahle der Familie des Propheten eine denkwürdige Stelle einnimmt. Nur durch sie hat Mohammed Nachkommen gehabt. Sie starb kaum ein halbes ahr nach ihrem Vater in Medina im J. (11 der edschra) 632. Sie ist neben Aisha, der Frau des Propheten, eine der bedeutendsten Frauen aus der ersten Zeit des Islam. Von ihr hat die Dynastie der Fätimiden (s. d.) ihren Namen erhalten. welche ihren 1Reben auf Fätima, die Tochter des Propheten Mohammed, und auf deren Mann Ali (daher der 00 gleichfalls beigelegte Name Aliden), zurückführte. Sie beherrschte 909—1171 n. Chr. (296—567 der Hedschra) einen Teil des nördl. Afrika, Agypten und später auch Syrien. Als der eigentliche Gründer der Dynastie ist Abu-Abd-allah Hasan anzusehen, ein Missionar der Jsmaäiliden, welche Ismäil, einen Enkel Alis in siebenter Linie, und dessen Nachkommen als die einzigen wahren Imäme (geistliche Oberhäupter) der islamischen Völker ansahen. An der Spitze der Ismailiden stand damals ein gewisser Mohammed. Für dessen Sohn Obeid-allah suchte nun Abu-Abdeallah zu wirken, indem er ihn dem Volke als den Mahdi (Messias), den erwarteten zwölften Imäm, be eichnete. Der Erfolg seiner Thätigkeit war überraschend. Nor Obeid-allah erklärten sich so viele Anhänger in dordafrika‚, daß Abu-Abd-allah mächtig genug wurde, das zu Kairuän (in der Nähe des jetzigen Tunis) herrschende Geschlecht der Aghlabiden 909 n. Chr. zu sturzen und den Obeid-allah el-Mahdi auf ihren Thron zu setzen. Dieser gründete die Stadt Mahdia und machte sie zu seiner Residenz. In raschem Siegeslauf unterwarf er Tripoli und Sicilien. Versuche, auch Agypten unter seine Botmäßigkeit zu bringen, scheiterten aber an der Tapferkeit des ägypt. Feldherrn Munas. Obeid-allah starb nach fast 25jähriger Regierung 934 n. Chr. Ihm folgte sein Sohn Abul-Kasim-Mo ammed, mit dem Beinamen el-Kaim bi-amr⸗ —93⁴4— 946), und diesem wieder sein Sohn Ismail mit de Beinamen el-Manßur billah (946—953). Dem Sohn und Nachfolger desselben, dem Abu Tamim Maadd, mit dem Beinamen Muizz li-din Allah (53—975), gelang es endlich durch die Energie und Tapferkeit seines Feldherrn Dschauhar, in den Besitz von Agypten (970) zu gelangen, das er zwei Jahre später, nachdem er den Titel «Kalifo angenommen tte, zum Hauptsitz seiner Herrschaft machte. Er ieß die Leichname seiner Väter in die von ihm oder Dschauhar gegründete Stadt al-Kahira (Kairo) bringen und schlug hier seine Residenz auf. Unter seiner Regierung stand das Reich der F. auf seinem eigentlichen Höhepunkt. Seine Herrschaft dehnte sich nach und nach über Palästina und unter der Regierung seines Sohnes Abu-Manßur Nesar (975 —996) auch über einen großen Teil von Syrien, dessen Besitz den F. freilich sehr oft wieder streitig gemacht wurde, aus. Dem Nesar folgte sein berüchtigter, im Anfang seiner Herrschaft erst elfjähriger Sohn el-Hakim biamr-allah, gewöhnlich Hakim genannt, das Oberhaupt der Drusen, der wegen seiner furchtbaren Grausamkeiten, wegen seines an Wahnsinn grenzenden Übermuts der Gegenstand des allgemeinen Hasses geworden, 1021 n. Chr. plötzlich verschwand. Es ist im höchsten Grade wahrscheinlich, wenn auch nicht vollständig erwiesen, daß er, wie Barhebräus (in seinem Chronikon) ausführlicher berichtet, auf Antrieb seiner eigenen Schwester ermordet wurde. ů Sein Sohn und Nachfolger Abul-Hasan Ali, der bis 1036 regierte, war ein milder und gerechter Fürst, der, wie sein Sohn Abu-Tamim Maadd, mit dem Beinamen Mustanßir-billah (gest. 1094), nicht Reich he hatte, die von allen Seiten auf das junge Reich hereinbrechenden Stürme zu beschwören. Aleppo, Damascus, Jerusalem und Sicilien gingen verloren und am Ende der fast 60jährigen Re-Reich v. des Mustanßir-billah war das Fätimidische eich der Auflösung nahe. Zwar gelang es seinem Nachfolger Abul-Kasim Ahmed, el-Mustali-billah (1094—1101 n. Chr.), auf kurze Zeit wieder sich in den Besitz von Jerusalem zu setzen, aber er vermochte es doch nicht, dem Andringen der Kreuzfahrer zu widerstehen. Unter seinen 2 größten Teil schwächlichen und unthätigen fünf Nachfolgern, dem Abu-Ali Manßur (1101-30), Abd-el-Madschid (1130—49), Abu-Manßur Ismäil (1149—54), Abul-Käsim Isa (1154—60) und Abu Mohammed Abdallah mit dem Beinamen el-Adid (1160—71) wurde das Reich eine Beute ihrer herrsch⸗ und raubsüchtigen Veziere und verfiel immer mehr. Nach dem Tode des letzten F., el-Adid, ——v— Saläh-eddin Saladin), der Grunder der Aijubiden-Dynastie sitz von Agypten, das schon sein Onkel Schirku auf Befehl des Nur-eddin früher besetzt hatte. Für die Entwickelungsgeschichte des Islam ist die Herrschaft der F. deshalb von so tiefgreifendem und wichtigem Einfluß gewesen, weil sie als Abkömmlinge Alis in sehr thätiger Weise für die Verbreitung der schiitischen Lehren zu wirken suchten, indem sie mit den reichsten Mitteln ausgestattete Missionsanstalten und Schulen gründeten, in welchen die schiitischen Glaubensmeinungen . und verbreitet wurden, welche zunächst gegen ie der Sunniten, später aber, da sie den Koran allegorisch auslegten, gegen die Grundlehren der orthodoren Dogmatik des Islam gerichtet waren und teils zu einem mystischen Pantheismus, teils zu einer völlig neuen Sekte, der der Drusen (s. Assassinen), führten, welche den al-Hakim für eine hre um Vore tion der Gottheit ansahen und deren Lehre in Vorderasien eine sehr weite Verbreitung fand. Vgl. S. de Sacy, Exposé de la religion des Druses v Jatra zwei (lat.), zerfallen, verwittern. paten. Die Kleine Fätra oder das Kleine Krivan-Banahe bildet eine ungefähr 150—165 km lange ergkette zwischen den Flüssen Waag und Neitra und erreicht im nördl. Teile, wo bei dem Engpasse von Strecsno die Waag den Gebirgszug durc bricht —* größte Höhe (über 1660 m). Der Kern des Gebirges besteht aus Kalk⸗ und Sandstein, Schiefer⸗, Granit und trachytischen Gesteinen. Die Abhänge sind dicht bewaldet, die Kuppen zumeist mit undurchdringlichem Hochwalde bedeckt. Die Thäler liegen hoch, sind rauh und wenig bewohnbar. Wildromantisch sind das Szulyöer und das Uratnaer Thal. Sstlich von dieser Bergkette liegt die Große Fätra, zwischen den Flüssen Waag und Gran parallel zu der vorigen Kette verlaufend. Diese Kette ist niedriger als die erste, der höchste Punkt, der Große Krizsna, an der Grenze der Komitate Thurocz, Liptau und Sohl, hat nur 1542 m Höhe. Die natürliche Beschaffenheit ist dieselbe wie bei der Kleinen F.; auch hier decken mächtige Waldungen das Gebirge bis zu den Gipfeln, in den Vertiefungen findet man zahlreiche Bergseen von geringer Ausdehnung. Die Große F. it reich an edeln Metallen (Kremnitz, Neusohl und andere Bergwerke). Die Pässe von Hermanetz und Sturetz sind die wichtigsten Übergänge.