FeedFaulbruch
HeilkundeBrockhaus 1882

Faulbruch bezeichnet einen abnorm geringen Grad von Festigkeit des Schmiedeeisens, welcher durch einen zu hohen 9 an Silicium hervorgerufen wird. iene, Bd. III, S. 270. keit ist nicht eine einzige bestimmte Krankheit, sondern eine Kollektivbezeichnung für eine ganze Reihe von Krankheiten der Schafe, welche nur das Gemeinsame haben, in letzter Instanz einen krankhaften Zustand hervorzurufen, der durch seinen sehr langsamen und schleichenden Verlauf auffällt, durch Blutarmut und Wässerigkeit des Blutes bei dem Patienten, infolge dessen aber durch Bleichsuchtzustände, ferner durch Wassersucht in den größern Körperhöhlen oder im Herzbeutel, endlich durch allmählich zunehmende Abzehrung, die schließlich zur vollen Erschöpfung führt, charakterisiert ist. Gewöhnlich erkranken viele Schafe einer Herde an der Die Ursache hierzu ist teils darin zu suchen, daß Eingeweidewürmer, anz besonders die Leberegel (Leberegelfäule, s. 7 aber auch Lungenwürmer (Lungenwurmseuche, s. d.) die Schafe befallen haben, teils in Krankheiten gewisser lebenswichtiger Organe, wie des Herzens, des Herzbeutels, der Lunge, der Leber, der Verdauungseingeweide. Hauptkennzeichen der F. sind: Blässe der Haut und der sichtbaren Schleimhäute. Von letztern ist es insbesondere die Bindehaut des Auges, welche ihre rote Farbe verloren hat, blaß geworden ist und aufgedunsen aussieht. Die Wolle ist matt, glanzlos, trocken, spröde, leicht vom Vlies in kleinen rust⸗ oder Bauchhöhle, im Herzbeutel, lassen die kranken Schafe Odem (Ansammlung von Wasser im Unterhautzellgewebe und dadurch bedingte Geschwulst) zwischen und an den Unterkieferästen asserkropf), am Hals, an Vorbrust und Bauch eobachten. Bei vorstechendem Erkranktsein der Atmungsorgane zeigen die Patienten oft eine gespreizte Stellung der Vorderbeine und erschwertes und beschleunigtes Atmen auf, beim Liegen strecken sie dann den Kopf weit vor, um ihn auf den Boden zu stützen, ein matter, de Mattin Husten wird kundgegeben. Zunehmende attigkeit und Hinfälligkeit, sowie Abzehrung, die sich ziemlich schnell steigert, kennzeichnen das Übel endlich mit am meisten. Freßlust und Verdauung ist nur selten und dann immer nur zeitweise gestört. Unzureichende Ernährung, das Beweiden versumpften Terrains oder von Triften mit nassem Sandboden, die Aufnahme von verdorbenen, namentlich von mit Pilzen bedeckten Futterstoffen, von kraftloser, wasserreicher Na rung, harten, sauren Gräsern u. s. w. werden als Erzeuger der betrachtet. Die Krankheit trotzt meist aller Kunsthilfe. Gute, kräftige, aber leicht verdauliche Nahrung und Meidung der Ursachen thun das meiste zur Beseitigung des Üübels. Am besten verfährt man, wenn man die Tiere schon im Beginn der Krankheit abschlachten bittern, verdauungbeleb schrot, Gerstenmalz u. s. w. sichern noch den besten Erfolg bei einem Behandlungsversuch. So haben sich z. B. zwei Arten von Lecken für an F. nicht zu sehr leidende Schafe be eine Mischung, bestehend aus 30 g Eisenvitriolpulver, aus je 500 g Wacholderbeerenpulver und Wermutkrautpulver mit 50 Pfd. Haferschrot, als Lecke für 50 Schafe welches geröstet worden war, wird mit 60 1 Wasser bis zum Weichwerden 2 Pfd. achl demtier ulver und 30 g Eisenvitriol; na 50 Schafe zu verwenden; das nicht verzehrte Malz wird mit den Schafen zum Verzehren vorgesetzt (Haubners Vorschrift).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 606Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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