FeedFavre (Peter)
ReligionBrockhaus 1882

Favre (Peter), Freund des Ignaz von Loyola und Mitbegründer des Jesuitenordens, geb. 1506 zu Villaret in Savoyen, studierte seit 1527 zu Paris und wurde hier dem Ignaz von Loyola als Repetitor beigegeben. Ihm und dem Spanier Fr. Xavier machte dieser zuerst Mitteilung von seiner Absicht, einen Orden zu gründen, und sie legten zusammen am 15. Aug. 1534 auf dem Montmartre das Ordensgelübde ab. Im J. 1537 ward F. Lehrer der Theologie in Rom, darauf in Parma, 1541 wohnte er dem Reichstag in Regensburg bei und wirkte für Ausbreitung des Ordens in Deutschland, begab sich 1544 nach Spanien und gründete die Ordenshäuser zu Valladolid, Coimbra u. a. Zur Teilnahme am Tridentinischen Konzil zurückberufen, starb er auf der Reise in Barcelona 1. Aug. 1546. Seine Lebensbeschreibung in der Historia societatis Jesus von Nic. Orlandini (Rom 1615; besonders gedruckt Lyon 1617). Schriftsteller) nennt man eine hartnäckige, zumeist bei unreinlichen Personen vorkommende Krankheit der Haut, insbesondere der behaarten Kopfhaut, welche auf dem Vorhandensein eines parasitären Pilzes, des 1839 von Schönlein entdeckten und nach ihm benannten Achorion Schönleinii, beruht und, sich selbst überlassen, durch Verschwärungsprozesse die umliegende Haut, besonders die Haarwurzeln zerstört und so dauernde unheilbare Kahlheit erzeugt. Die Krankheit charakterisiert sich durch kleine rundliche, backschüsselförmige, moderig riechende gelbe Borken, welche einzig und allein aus Pilzelementen bestehen und bei ihrer Entfernung eine geschwürige, leicht blutende, später in ein dunnes Narbengewebe übergehende Hautstelle zurücklassen. Der Erbgrind wird häufiger bei jugendlichen als bei ältern Individuen angetroffen; auch scheint das Wohnen in unreinen, feuchten und sonst gesundheitswidrigen Räumen die Entwickelung der Krankheit zu begünstigen. Außer beim Menschen findet sich der F. auch bei einzelnen Haustieren, zumal bei den Mäusen, Kaninchen und Haushühnern. Er kann sowohl durch direkte Berührung von Menschen auf Menschen, wie von Tieren auf Menschen und umgekehrt übertragen werden. Heilung ist nur von einer möglichst frühzeitigen und energischen örtlichen Behandlung zu erwarten, wozu sich außer der Entfernung der Borken und der größten Reinlichkeit insbesondere Abreibungen mit Lösungen oder Salben von sog. vilztötenden ½ Mitteln, wie Quecksilbersublimat, Alkohol, Carbolsäure, Teer, Schmierseife u. dgl., am besten eignen, wogegen innere Mittel völlig erfolglos sind. Bei F. der Nägel sind öftere Seifenwaschungen und dann Begießungen mit Sublimatlösung nützlich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 614Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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