Ferrerius (Vincentius), Dominikanermönch, geb. 23. Jan. 1357 in Valencia, trat 5. Febr. 1374 in den Dominikanerorden, führte bis 1380 im Kloster zu Valencia ein Leben strengster Enthaltsamkeit, studierte darauf zu Barcelona und Lerida Theologie. Sein Tractatus de moderno ecclesiae schismates, in welchem er nachwies, daß der zu Fondi gewählte Clemens VII. rechtmäßiger Papst, dagegen der zu Rom gewählte Urban VI. ein Feind der Kirche sei, trug ihm 1384 die Würde eines Doktors der Theologie ein. Von 1384 bis 1391 wirkte F. als Lehrer der theol. Wissenschaften und als beliebter Prediger in Valencia; dann durchzog er als Prediger einen großen Teil Frankreichs und hielt sich längere Zeit am Hofe zu Paris auf. Nach Valencia zurückgekehrt, ward F. Ratgeber des Königs Johann JI. von Aragonien, bis Benedikt XIII. ihn 1395 als Magister sacri palatii an den päpstl. Hof nach Avignon berief. Die Lelinisen Be daß wegen des tiefen sittlichen und religiösen Verfalls der Christenheit das Ende der Welt nahe bevorstehe, veranlaßte ihn, vom J. 1397 an Buße predigend Spanien und Frankreich, nach unwahrscheinlichen Angaben auch Italien, England, Schottland und Irland zu durchziehen. Gleichgesinnte Laien und Geistliche schlossen sich ihm an und seine Züge gestalteten sich bald zu demonstrativen Prozessionen einer größern Gemeinschaft, deren erstes Gebot die härteste Selbstkasteiung war. F. Predigten waren so ergreifend, daß er 8000 Sarazenen und 35000 Juden bekehrt und über 100000 Ketzer der Kirche wiedergewonnen haben soll. Er starb 5. April 1419 zu Vannes in der Bretagne und wurde von Papst Calixt III. 1455 Sein Gedächtnistag ist der 5. April. Vgl. Ludwig Heller, «Vincentius F. nach seinem Leben und Wirleno (Berl. 1830).