FeedFecamp
VerkehrBrockhaus 1882

Fecamp, früher Fescamp, Seestadt im franz. Depart. Unter-Seine (Normandie), 44 kmim NNO. von Le Havre de Gräce, Endpunkt der Linie Beuzeville-F. der Französischen Westbahn und der Mündung des Küstenflusses F. in den Kanal (La Manche), von sandigen Höhen umgeben, hat ein altertümliches, trauriges Ansehen. Bemerkenswert sind die Kirche der alten berühmten Dreifaltigkeitsabtei von F. und die schöne Kirche Notre-Dame, sowie die großartigen Etablissements für Seebäder. Die Stadt ist der Sitz eines Handels⸗ und Friedensgerichts, einer Handelskammer, sowie mehrerer Konsulate, — eine hydrogr. Schule, eine Bibliothek von 12000 änden, ein Theater, ein großes Hospital, ein Institut der Barmherzigen Schwestern und zählt (1876) 12074 (Gemeinde 12 684) C., die Fischerei, Schiffbau und Handel betreiben, auch Eisenhämmer, Eisengießereien, Ankerschmieden, Seilereien, Schneidemühlen, Baumwollspinnereien und Webereien, so- wie Fabriken in Kaliko, Zitz, Leinwand, Strumpfwaren, Decken u. s. w., Loh⸗ und Weißgerbereien, Olmühlen, Brennereien, Pökeleien, Destillationen und Liqueurfabriken unterhalten. F. hat eine große Reede und einen kleinen Hafen an der 100 m hohen herrlichen Falaise des Kap Fagnet, mit langen Hafendämmen, und ist am Kanal der Hauptplatz für die Ausrüstung der zum Stockfisch-, zum Herings- und Makrelenfang bestimmten Schiffe. — F. (lat. Piscannum oder Fiscannus im Pagus Caletensis ICaux!]) scheint seinen Ursprung einem berühmten Frauenkloster zu verdanken, das 660 gegründet, 841 von den Normannen zerstört, aber 988 von Herzog Richard I. von der Normandie wieder erbaut und 1006 als Benediktinerabtei der Dreieinigkeit geweiht wurde. Das Kloster gewann allmählich mehr und mehr Ansehen und Macht und bestand bis ins 18. Jahrh. Die Stadt selbst war schon im 13. Jahrh. durch ihre Heringsfischerei berühmt und wurde in den französisch-englischen sowie später in den Hugenottenkriegen wiederholt verwüstet. Vgl. de Busserolle, „Recherches historiques sur F.v (1859); L. Fallue, Iistoire de la ville et de Labbaye de F.v (1840).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 622Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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