FeedFechner (Gust. Theod.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Fechner (Gust. Theod.), namhafter Physiker, philos. Schriftsteller und Dichter, geb. 19. April 1801 zu Groß-Sährchen bei Muskau in der Niederlausitz, bezog 1817 die Universität zu Leipzig, um Medizin zu studieren. Doch allmählich mehr zum speziellen Studium der Naturwissenschaften hinge-Rcn habilitierte er sich für dieses Fach bei der iniversität, an der er 1834 die ord. Professur der Physik erhielt. In diese Zeit fallen seine vorzüglich den Galvanismus betreffenden Untersuchungen, welche teils in einzelnen Abhandlungen in Poggendorffs «Annaleno, teils in seinen Maßbestimmungen über die galvanische Ketter (Lpz. 1831) und in dem von ihm allein bearbeiteten dritten Bande seiner Übersetzung von Biots Lehrbuch der Physik' enthalten sind. Auch beschäftigte sich F. mit den subjektiven Lichterscheinungen. Außerdem übersetzte er Thenards Lehrbuch der Chemiev, redigierte bis 1835 das von ihm begründete «Pharmaceutische Centralblatto und gab das Repertorium der Erperimentalphysiko (3 Bde., Lpz. 1832), das Repertorium der neuen Entdeckungen in der unorganischen Chemier (3 Bde., Lpz. 1833), das Repertorium der neuen Entdeckungen in der organischen Chemiev (2 Bde., Lpz. 1834) und die erste Auflage des (Hauslexikono (8 Bde., Lpz. 1834—38) heraus. Auch gab F. schon frühzeitig, unter dem Namen Dr. Mises, durch die aStapelia mixta (Lpz. 1824), eine Sammlung humoristischer Aufsätze, die selbst Jean Pauls Aufmerksamkeit auf sich zog, sowie durch den Beweis, daß der Mond aus Jodine bestehes (Germanien [Penig! 1821; 2. Aufl., Lpz. 1832) und den hton (erz. 1 der jetzigen Medizin und Naturgeschichtes (Lpz. 1822), Beweise eines reichen und glücklichen, von treffendem Witz und gründlichen Kenntnissen gleichmäßig unterstützten Humors. Später folgten die „Vergleichende Anatomie der Engel» (Lpz. 1825), die «Schutzmittel für die Choleras (Lpz. 1832) und die Vier Paradoxav (Lpz. 1846). Eine ernstere Richtung, wiewohl mehr im geistreichen Spiele einer dichtenden Phantasie als durch wissenschaftliche Untersuchung, verfolgte sein „Büchlein vom Leben nach dem Todev (Opz. 1836). Seine «Gedichte (Lpz. 1842), sowie das „Rätselbüchleino (4. Aufl., Lpz. 1874) enthalten viele wahrhaft poetische und sinnige Stücke. Seine Thätigkeit wurde jedoch seit 1839 durch eine Kopf- und Augenkrankheit unterbrochen, die ihn veranlaßte, sein physik. Lehramt aufzugeben. Mit Vorliebe wandte sich nun F. der Naturphilosophie, Anthropologie und Asthetik zu, welcher Richtung auch seine spätere akademische Lehrthätigkeit angehört. So veröffentlichte er: Küber das hoöchste Guto (Lpz. 1846), Nanna, oder über das Seelenleben der Pflanzeno (Lpz. 1848), Zend-Avesta, oder über die Dinge des Himmels und des Jenseitso (3 Tle., Lpz. 1851), Professor Schleiden und der Monds (Epz. 1856), «über die Seelenfragen (pz. 1861), Die drei Motive und Gründe des Glaubensv (Opz. 1863), «Einige Ideen zur Schöpfungs- und Enkwickelungsgeschichte der Organismen» (Lpz. 1873), „Erinnerungen an die letzten Tage der Odlehrer (Lpz. 1875), Vorschule der Asthetiko (2 Bde., Lpz. 1876) und Die Tagesansicht gegenüber der Nachtansichto (Lpz. 1879). Doch hat sich F. auch den erakten Wissenschaften nicht entfremdet, wie seine Abhandlungen in den Schriften der königl. sächs. Gesellschaft der Wissenschaften, seine „Physik. und philos. Atomenlehrey (2. Aufl., Lpz. 1864) und vor allem sein Hauptwerk, «Elemente der Psychophysiko ( Bde., Lpz. 1860) beweisen. In diesem letztern Werke wird die Lehre der Beziehungen zwischen Leib und Seele zum ersten mal selbständig, daher unter einem von ihm neugeschaffenen, seitdem allgemein acceptierten Namen auf erakter Grundlage behandelt. Denselben Gegenstand betreffen die Schriften: „In Sachen der Psychophysike (Lpz.1877) und »Revision der Hauptpunkte der Psychophysiko (Lpz.1882). F.s humorist. Schriften erschienen gesammelt als Kleine Schriften von Dr. Misesv (Lpz. 1875). ba im SW. Dhn Meherdl in 482 m Höhe über echt, ein linker Zufluß der Ill im 906 entdem Meere am Wissortberge und Rheinkopf in den Vogesen, durchströmt über Münster ein breites Thal (Münsterthal) nach NO., tritt bei Türkheim in die Ebene und mündet nach einem Laufe von 49 km bei den Illhäusern, östlich von Gemar. Sie nimmt die Weiß auf, die aus dem in 1054 m Höhe gelegenen Weißen See kommt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 622Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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