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HeilkundeBrockhaus 1882

Felddiakonen nennt man jüngere Männer, die sich, nach Vorbild und Muster der Diakonissinnen, freiwillig der Pflege der Verwundeten und Kranken im Felde widmen. Sie werden zu diesem Behufe von besondern Vereinen in der Krankenpflege, namentlich der Verbandlehre unterrichtet und mit den nötigen wundärztlichen Hilfsmitteln ausgerüstet nach dem Kriegsschauplatze entsendet, wo sie die Armbinde mit dem roten Kreuz tragen und dem Chef der freiwilligen Krankenpflege unterstellt sind. Das Institut ward schon bei Ausbruch des Kriegs von 1866 auf Anregung des Ministerialrats Wichern in Berlin ins Leben gerufen, bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870 aberin weiterer Ausdehnung erneuert. Fast in allen größern Städten Nord⸗ und Süddeutschlands (Berlin, Dresden, München u. s. w.) bildeten sich Vereine, welche F., die meist den gebildetern Ständen angehörten, nach dem Kriegsschauplatze entsendeten, während zahlreiche jüngere Männer, allerdings ohne ärztliche Vorbereitung, ohne Ausrüstung, zum Teil selbst ohne gehörige Legitimation, sog. cwwilde Diakoneno, ebendahin eilten. Wenn auch Krankenpfleger der letztern Art nur wenig nützen konnten, so haben doch die eigentlichen F. im einelnen viel Gutes gewirkt. Seit dem Deutsch-Französtschen Kriege von 1870—71 hat die Organisation der Gesellschaft des Roten Kreuzes erhebliche Fortschritte gemacht und die F. sind als Glieder in dieselbe eingereiht worden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 650Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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