Baumfeldwirtschaft ist eine Art des Waldfeldbaues (s. d.), bei welcher eine Verbindung der Holz⸗ oder Baumzucht mit landwirtschaftlicher Benutzung des Bodens stattfindet. Zum Zwecke der B. wird die geeignete Fläche mit Bäumen so weitläufig bepflanzt, daß die landwirtschaftliche Nutzung entweder unausgesetzt oder wenigstens viele Jahre lang erfolgen kann. Erstere Form wendet man mit Erfolg für den Obstbau besonders in Süddeutschland, Böhmen u. s. w. an. Auch die weitläufig mit Eichen, Kopfweiden, Lärchen u. w. bepflanzten ständigen Hutweiden, wie sie si namentlich im nordwestl. Deutschland, in Österreich u. s. w. finden, können hierher gerechnet werden. Die zweite orm, die eigentliche B., wurde vorzüglich von H. otta (1819) in Vorschlag gebracht: die geeignete Fläche wird mit Laub⸗ oder Nadelholz reihenweise mit um so größerm Abstande der Reihen bepflanzt, je mehr man Gewicht auf Feld⸗ oder Grasnutzung egenüber der atausiasten S legt. Der Feldbau erlordert den weitläufigsten Stand der Bäume; etwas stärkere Beschattung verträgt die Wiese, noch stärere die Weide. Der Abstand der Reihen beträgt 4—20 m, die Entfernung der Pflanzen in den Deden 1—1,5 m. Fruchtbau oder Grasnutzung werden so lange r 20—30 als es der Holzbestand gestattet, ungefähr 20—30 Jahre. Hierauf findet von Zeit zu Zeit wiederholte Verminderung der Stämme statt, zuletzt kahler Abtrieb zur Zeit der Haubarkeit. Darauf folgt der Beginn derselben Wirtschaft durch neuen Anbau. Dieser Betrieb kann zahlreiche Modifikationen erleiden, hat jedoch im großen keine Anwendung gefunden und ist ohne tarke Düngung unmöglich. liberdies vermag der en größern und wertvollern Massenzuwachs zu erschum der bei voller Bestockung der von erstern bechirmten Fläche durch die größere Anzahl der Stämme erzielt werden kann.