FeedFemern oder Fehmarn
ErdkundeBrockhaus 1882

Femern oder Fehmarn, eine zum Kreise Oldenburg der preuß. Provinz Schleswig-Holstein ehörige Insel der Ostsee an der nordöstl. Spitze Holtteins und von diesem durch den nur 1500 m breiten Fehmarnschen Sund getrennt, ist meis eben, wasser⸗ und holzarm, aber mit seinem fetten und Rat angebauten Boden — ergiebig an Weizen, Rapssaat u. s. w. und zählt auf 185 qkm etwa 9800 E. F. ist in vier Kirchspiele geteilt und bildet einen Kirchspielvogteibezirk mit einer Stadt und 40 Dörfern. Die Stadt Burg mit (1880) 2962 E., Sitz eines Amtsgerichts, liegt nahe an der Südküste; 4 km sudoslich von da auf einer Landzunge stand die alte Burg Glambek, von der auch die letzten Überreste verschwunden sind, und 7,5 Em nordwestlich liegt Petersdorf, dessen 60mhoher Kirchturm als Landmarke dient. Auf der luchte. 5. der Insel steht der Leuchtturm Marienleuchte. F. gehörte ursprünglich zu Wagrien (s. d.) und war leich diesem von Wenden bewohnt, wie auch der ame der Insel aus dem Slawischen ve-morje, d. h. im Meer, abgeleitet wird. Gleich Wagrien von den Holsteinern eingenommen, hat F. trotz der vollständigen Germanisierung die wendische ringförmige Weise des Dorfanbaues bewahrt. F. ward 1248 von dem dän. König Erich Pflugpfenning erobert und kam erst 1326 als dän. Lehn wieder in den Besitz des holstein. Grafenhauses. Schon vorher at die Insulaner ihr eigenes Landrecht ausebildet, und die Stadt Burg hatte Lübisches Recht. 5 wurde 1420 durch König Erich von Dänemark und 1644 durch die Schweden verwüstet. Lange Zeit galt 0 neben Holstein und Schleswig gewissermaßen als ein besonderes Land; doch hatte die Stadt Burg auf dem Landtage unter den holstein. Städten Sitz und Stimme. Erst seit Anfang des 17. Jahrh. wurde F. zum Herzogtum u holsem. gerechnet, bis es 1867 wieder mit dem holstein. (wagrischen) Kreise Wus 16. Man 188. ward. In der Nacht vom 15. bis 16. März 1864 setzten die Preußen von der holstein. Küste nach F. über, wo die dän. Besatzung überrumpelt und gefangen würde. Vol. G. Hanssen, «Histor. ⸗statist. Darstellung der Insel F.» (Altona 1832).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 670Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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