FeedFriedrichstadt
ErdkundeBrockhaus 1882

Friedrichstadt, Stadt im Kreise Schleswig der preuß. Provinz Schleswig⸗-Holstein, mit (1880) 2428 E., an der Eider und der Mündung der Treene gelegen, von drei Armen der Treene durchschnitten und umflossen, Station der ostholstein. Bahn Jübeck-Tönning, hat eine luth., eine mennonit., eine remonstrantisch-reform. und eine kath. Kirche und eine Synagoge, ist Sitz eines Amtsgerichts sowie auch der Hardesvogtei für die benachbarte Landschaft Stapelholm und hat einen Hafen und eine vielbenutzte Fähre über die Eider nach Dithmarschen. F. wurde unter Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorp 1621 von niederländ. Arminianern (Remonstranten) begründet, und alle Einwohner erhielten völlige Religionsfreiheit. Die Stadt ist nach holländ. Art in einem Viereck regelmäßig mit geraden, von Kanälen durchschnittenen Straßen und einem Marktplatz in der Mitte erbaut. Im ersten schlesw.⸗holstein. Kriege wurde F. 7. Aug. 1850 von den Dänen besetzt und stark verschanzt, darauf vom 29. Sept. bis 5. Okt. von den Schleswig-Holsteinern unter General von der Tann ohne Erfolg bombardiert und bestürmt, wobei ein großer Teil der Stadt niederbrannte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 355Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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