FeedFernando Po (portug. Fernäo-do-Poo)
ErdkundeBrockhaus 1882

Fernando Po (portug. Fernäo-do-Poo), die nördlichste und die der Küste am nächsten liegende der vier Guinea-Inseln in der westafrik. Bai von Biafra, 1471 von dem Portugiesen Fernando Pöo entdeckt, 2071 qkm groß, ist von vulkanischer Bildung, sehr gebirgig, im Kraterberg Sta.-Isabel-Pik 3858 mehoch, hat teils felsigen, teils sehr frucht—⸗ baren Boden und zeigt sich reich an Quellen, Bächen, Waldung und kleinem Rotwild. Früherhin im Besitz der Portugiesen und anfangs Ilha Formosa, bald aber nach ihrem Entdecker benannt, wurde sie 1778 an Spanien abgetreten, aber 1827 von den Engländern besetzt, die auf der Nordküste an einer geräumigen und von der befestigten Landzunge Point-William gebildeten Bai die Kolonie Clarencecove, jetzt Sta.⸗Isabel genannt, gründeten, jedoch 1856 die Insel auf Reklamation der span. Regierung wieder zurückgaben. Unter den Engländern wurde sie benutzt als wichtiger Punkt zur Bewachung der Sklavenküste und des Nigerdeltas, als Handels⸗, Schiffahrts-„Genesungs-und Missionsstation, sowie als Anhaltepunkt zu Entdeckungsreisen nach dem Innern von Afrika. Die Insel zählt etwa 20000 C., teils Mischlinge von Portugiesen und Negern, teils durch die Engländer befreite Neger und wenige Europäer, größtenteils aber eingeborene Neger, Adiah oder Bubis, ein feindseliges, schmuziges, nackt gehendes Volk, welches mehrere ausgedehnte Ortschaften bewohnt. An dem Widerstande dieser Neger weniger als an dem Klima liegt es, daß die europ. Kolonisation hier nicht hat gelingen wollen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 697Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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