Feronia war eine altitalische Göttin, welche weniger in Rom als in andern italischen Gegenden, besonders im Sabinerland zu Trebula Mutuesca, in Etrurien im «Hain der »(Lucus Feroniae), in Latium zu Präneste, im Volskerland bei Tarraeina verehrt wurde. Auf röm. Münzen erscheint 65 Kopf mit Blumen bekränzt. Sie war wohl eine öttin der im Frühling aufsproffenden Vegetation und als solche mit der altitalischen Venus, der —1. auch der Libera verwandt. Dem entspreend wurde sie von den Griechen als Blumengöttin und Persephone erklärt. Insbesondere erscheint sie auch in ihren Heiligtümern am Soracte wie bei Terracina als eine Göttin der Freigelassenen. In das Heiligtum am Fuße des Soracte, wo F. neben einem alten Sonnengott verehrt wurde, der nachmals den Namen Apollo Soranus erhielt, brachten die Umwohner die Erstlinge der Früchte und viele Weihgeschenle. Außerdem weihten ihr, als einer Göttin der Freigelassenen, auch die (weiblichen) Libertinen aus Rom Gaben, sodaß ihr Tempel sehr reich wurde und Hannibals Soldaten dort viel zu erbeuten fanden. Auch waren große Jahrmärkte mit den dortigen Festfeiern verbunden, sodaß allmählich eine ganze Stadt aus dem Tempel entstand. Virgil nennt einen Sohn der F. zu Präneste, Erulus loft nach falscher Lesart Herilus genannt), der gleich Geryon drei Leiber gehabt hat und von Euander erschlagen worden sein soll. Vgl. über die Göttin F. und die Reste des Heiligtums in der Nähe des Soracte Lanciani im «Bullettinos des Archäologischen Instituts (Rom 1870).