Ferula, zur Familie der Doldengewächse (Umbelliferen) gehörige Gattung der Mittelmeerländer, Asiens und Amerikas. Sie umfaßt stattliche Stauden, welche mit ihren vielfach zusammengesetzten oder drei⸗ bis vierfachspaltigen Blättern oft mächtige Büsche bilden, über denen sich 2—3 m hohe Stengel mit großen Dolden gelber Blüten +. Die vielstrahligen Dolden sind zu Rispen oder Trugdolden geordnet; die Blüten haben einen gezahnten Kelch und zugespitzte Blumenblätter. Der Gattungsname wird abgeleitet vom lat. ferire, schlagen; ihm entsprechen die deutschen Namen Ruten-oder Steckentraut, welche neh die starken Stengel hindeuten. Wegen ihrer ansehnlichen Dimensionen und ihres dichtbuschigen Habitus von malerischer Wirkung, werden mehrere Arten einzeln oder gruppenweise auf den Gartenrasen gepflanzt, wo sie längere Jahre dauern, namentlich F. communis, das gemeine Steckenkraut, F. glauca, mit unten graugrünen, oben glänzend grünen Blättern, von denen die untern stengelständigen 1m lang und ebenso breit oder noch breiter sind, und F. tingitana, das Steckenkraut von Tanger, das aber im Winter bei starker Kälte eine Bedeckung mit Stroh erfordert. Zur Gattung F. rechnete Linné auch diejenige pers. Pflanzenart, welche das als Stinkasant (Asa foetida) oder Teufelsdreck bekannte Gummiharz liefert. Bunge in Dorpat bildete jedoch aus ihr eine eigene Pflanzengattung und nannte sie Scorodosma toetidum. Eine zweite, etwas geringere Sorte dieses Gummiharzes kommt von einer Pflanze, welche Falconer Narthex Asa foetida nannte. Übrigens liefert auch eine Ferula-Art, F. Ferulago, eine ähnliche, unter dem Namen Galbanum bekannte Arzneidrogue. Diese Pflanze ist im südl. Europa und in Nordafrika zu Hause.