Feuerspeiende Berge, s. Vulkane. euerspritze, eine in der Regel leicht transportable Maschine, deren Aufgabe in erster Linie darin besteht, Wasser auf brennende Gegenstände zu werfen oder darüber zu ergießen. Sie bildet das wichtigste Gerät zur Bekämpfung von Bränden (Schadenfeuern). Nach der Art der Kraft, welche zum Betriebe der Spritzen verwendet wird, unterscheidet man: Handkraft⸗-, Dampf- und Gasspritzen. Die erstern setzt die animalische Kraft des Menschen, die folgenden die Arbeitsfähigkeit des Dampfes in Bewegung. üÜber die letztern s. Ertincteur. Die Verwendung von Tieren zum Spritzenbetrieb ist versucht, jedoch nicht eingeführt worden. Die wesentliche Einrichtung größerer Handkraftspritzen erhellt aus den Fig. 1 und 2 der Tafel: Feuerspritzen: aua, sind die beiden Cylinder des Spritzwerks. In ihnen können sich die beiden Kolben bi be auf und nieder bewegen. Dabei ist die Berührung zwischen der innern Cylinderfläche und dem Umfange des Kolbens eine so innige, daß der Raum unterhalb des letztern gegen den Raum oberhalb luftdicht abgeschlossen wird. Die Kolben stehen durch die Kolbenstangen in Verbindung mit dem um d drehbaren Spritzenhebel er de., an dessen Enden die für das Angreifen der pumpenden Mannschaft bestimmten Druckstangen n er sich befinden. Bei 9. Keben: kurolned von ce wird sich der Kolben bi heben; infolge dessen entsteht unter demselben eine Luftverdünnung, das Saugventil ei öffnet sich und Wasser tritt aus dem Kastener durch den Seiher henach dem Saugraum g und von hier aus unter den Kolben. Nachdem der Kolben b. in seiner höchsten Stellung angekommen, beginnt er sich abwärts zu bewegen, das Saugventil er hat sich geschlossen, das Druckventil f. geöffnet, um die beim Niedergange des Kolbens aus dem Cylinder gedrängte Flüssigkeit nach dem Druckraume o und von hier aus durch die bei angekuppelten Druckschläuche nach der Brandstelle gelangen zu lassen. Soll das Wasser nicht dem Kasten r, sondern durch die bei i anzuschließenden Saugschläuche aus irgendeinem Gewässer entnommen werden, so ist der bei n mit der Hand zu erfassende und um m drehbare Hebel uml oben nach links zu bewegen. Hierdurch wird der Saugraum g nacher hin abgeschlossen und mit i in Kommunikation gebracht. Über o ist der zum Teil mit Luft gefüllte Druckwindkessel p angeordnet zu dem Zwecke, eine gleichförmige Wasserlieferung, also einen möglichst unveränderlichen Strahl zu erzielen. Spritzen ohne Druckwindkessel geben einen stoßenden Strahl, verursachen fortwährende Bewegungen der Druckschläuche und damit frühen Ruin der letztern. In ganz gleicher Weise vermeidet man das für die Konservierung nachteilige Zucken der Saugschläuche durch Anordnung eines Saugwindkessels, d. h. eines zum Teil mit Luft gefüllten und mit dem Saugraum g in Verbindung stehenden Gefäßes. Von großer Bedeutung für eine F. ist die leichte Zugänglichteit der Ventile. Als die vollkommenste Konstruktion erscheint in dieser Richtung der von G. A. Jauck herrührende Ventilhahn, in welchem die Ventile gelagert sind, vgl. Fig. 1. (Sächs. Patent vom 17. Okt. 1850.) Mit Rücksicht auf die Art und Weise, in welcher der Transport der Handkraftspritzen erfolgt, werden dieselben eingeteilt in Trag⸗ und Fahrspritzen. Ist bei den letztern die Verbindung des Spritzwerks mit dem Fahrzeuge eine feste, so spricht man von Wagen⸗ oder Karrenspritzen, je nachdem die Anzahl der Räder, welche das Fahrzeug besitzt, vier oder drei, beziehungsweise zwei oder eins beträgt. Ist die erwähnte Verbindung eine lösbare zu dem Zwecke, beim Gebrauch der Spritze eine Trennung der eigentlichen Maschine vom Transportmittel zu ermöglichen, so spricht man von Abprotzspritzen. Das Spritzwerk pflegt hierbei auf einem Schlitten befestigt zu werden, der seinerseits auf dem meist zweiräderigen Fahrzeug ruht. Soll der Betrieb beginnen, so bedarf es vorher des Abprotzens, d. h. der Herunternahme des Schlittens von dem Karren. Die abgeprotzte Spritze läßt sich dann (insbesondere zum Bezug von Wasser) an Orte bringen, welche für gleich leistungsfähige Wagenspritzen nicht mehr zugänglich sind. Fig. 3 der Tafel stellt eine Wagenspritze dar. Die durch die Natur beschränkte Arbeitsleistung des Menschen, sowie der Umstand, daß nur eine begrenzte Anzahl Menschen mit Vorteil an einer Spritze arbeiten können und daß die menschliche Arbeitskraft (namentlich bei Berufsfeuerwehren) eine relativ teuere ist, veranlaßten zur Konstruktion der Dampffeuerspritzen. Eine solche besteht aus dem Dampfkessel, der Dampfpumpe und dem Fahrzeuge. Damit sie möglichst schnell betriebsfähig ist, soll die Zeit, welche verstreicht vom Moment des Entzündens des Feuers im Dampferzeuger bis zum Augenblick, in welchem der zum Betriebe nötige Dampf entnommen werden kann, gering sein. Es ist gelungen, diesen Zeitraum auf 8—10 Minuten zu reduzieren, ohne die Betriebssicherheit zu beeinträchtigen. Ebenso ist den Anforderungen der Manövrierfähigkeit des ganzen Fahrzeugs Rechnung getragen worden, wie ein Blick auf die in Fig. 4 der Tafel dargestellte Dampfspritze (C. Bachs sächs. Patent vom 27. Juli 1876) erkennen läßt. In neuester Zeit wird die sofortige Inbetriebsetzung der Dampfspritzen und zwar durch flüssige Kohlensäure ermöglicht, welche zum Betriebe der Dampfpumpe so lange Verwendung findet, bis die erforderliche Dampfspannung erreicht ist (Wittes deutsches Reichspatent Nr. 21931, 1882). Die Einzelheiten der heutigen F., ihre Konstruktion, Ausrüstung und Prüfung finden sich behandelt in Bach, «Die Konstruktion der F.» (Stuttg. 1883). Die histor. Entwickelung behandelt Magirus, Das Feuerlöschwesen in allen seinen Teilen (Ulm 1877).