Feuilleton (frz.), eigentlich Blättchen, bezeichnet den abgesonderten Teil einer polit. Zeitung, welcher für Ehrittten Nachrichten, künstlerische und litterarische Kritiken, Belletristisches u. dgl. bestimmt ist und gewöhnlich, durch einen Strich getrennt und meist in kleinerm Text gedruckt, unter dem Hauptblatt steht. Wesentlich verschieden von den F. sind die ganz gesonderten Beiblätter ähnlichen Inhalts, welche mit manchen polit. Zeitungen verbunden werden. Das F. ist eine Erfindung der franz. Journale und war ursprünglich bloß für Theaterkritiken bestimmt. Dazu kamen später Bücherrecensionen, Berichte über Sitzungen des Instituts, Vorlesungen an der Universität, sodann auch Briefe über geselliges Leben, Kunstwerke, Moden, Reisen, pikante Geschichten und andere kleine Angelegenheiten des Tags. Zuletzt folgten ganze Romane, stückweise abgedruckt. Die franz. Einrichtung wurde von engl. und deutschen Zeitungen bald nachgeahmt, teils unter dem ursprünglichen, teils unter anderm Namen. Der Ton des echten F., das Mannigfaltigkeit, raschen Wechsel des Inhalts und bei aller Gediegenheit leichte, anmutige Darstellung erfordert, wird indessen in Deutschland noch seltener getroffen, in österr. Zeitungen mehr als in deutschen. Die wesentlich für das F. schreibenden Schriftsteller werden Feuilletonisten genannt.