Gaillard (Gabr. Henri), franz. Geschichtschreiber, geb. in dem Dorfe Ostel bei Soissons 26. März 1726, studierte anfangs die Rechte, widmete sich aber bald der Litteratur und später ausschließlich der Geschichte. Sein erstes Werk war eine Rhétorique à P'usage des démoiselleso (1746), und da diese gute Aufnahme fand, folgte 1749 eine „Poétique à l'usage des dames o5. Von mehrern andern Schriften dieser Art sind seine Mélanges littéraireso bemerkenswert. Als Historiker trat er zuerst mit der 4UHistoire de Marie de Bourgogne, fille de Charles le Témérairen auf, der dann die Histoire de Frangois 15 (7 Bde., Par. 1766— 69; neue Aufl., 4 Bde., 1819) und die 4Histoire de Charlemagney (4 Bde., Par. 1772; neue Aufl., 2 Bde., 1819) folgten. Ferner schrieb er Histoire da la rivalité de la France et de 'Angleterren (11 Bde., Par. 1771 — 77; neue Aufl., 6 Bde., 1819) und KHistoire de la rivalité de la France et de IEspagne (S Bde., Par. 1801; neue Aufl. 1807). Zur Encyclopédie méthodique lieferte er das Dictionnaire historiquen (6 Bde., Par. 1789—1804). Auch verfaßte er mehrere Lobreden, von denen die meisten Preise gewannen, unter andern die Eloges auf Malesherbes, Descartes, Karl V., Heinrich IV., Corneille, Molière, Lafontaine, Bayard und den Präsidenten Lamoignon. Er starb als Mitglied der Akademie der Inschriften und der Französischen Akademie 13. Febr. 1806. G. zeichnet sich als Schriftsteller durch außerordentliche Korrektheit und Eleganz des Stils aus.