Fichteneule, Forleule, Kieferneule oder Kiefernraupe (Noctua s. Trachea piniperda), einer unserer gefährlichsten Nadelholzverwüster. Die rüne, mit weißen Längsstreifen und einer orangefarbenon Seitenlinie versehene Raupe kriecht Ende Mai oder Anfang Juni aus den reihenweise an die Nadeln der Gipfel gelegten Eierchen, frißt die sprossenden Nadeln zuerst, dann die alten, verpuppt sich im August in der Erde zu einer braunen, am Rücken behagrten Puppe, die überwintert und im März und April den auf den rotbraunen Vorderflügeln weißgefleckten und am Rande der Flügel weißgesäumten Falter ausschlüpfen läßt, der stets sehr hoch um die Wipfel fliegt und schwer zu fangen ist. Die Ver-Sabren au welche die Raupe besonders in trockenen Ja 1˙4 anrichtet, sind trotz der vielfachen Feinde, welche ihr nachstellen (Vögel, Schlupfwespen), oft sehr groß und besonders in Frankreich, Pommern und Schwaben nachgewiesen worden. Das Ablesen der Raupen und das Umbrechen und Ausbrennen des Bodens um die Stämme herum zur Vertilgung der Puppen sind die einzigen Gegenmittel. Uten lucke, s. Fichtenspinner. ichtenharz ist das aus dem Terpentin (s. d.) abgeschiedene Harz. Je nach dem Ursprunge und je nach der Behandlung des Terpentins unterscheiet man verschiedene Sorten. Trocknet der Balsam unter Verdunstung des Terpentinöls am Stamme des Baumes ein, so wird die zurückbleibende gelbliche, zwischen den Fingern knetbare, nach Terpentin riechende Masse Waldweihrauch, [Galipot genannt. Destillation mit Wasser erhält man, neben dem nden Terpentinõl, als Rückstand eine gelbe bis braune, mehr oder weniger weiche, beim ern zusammenfließende, in der Kälte spröde Masse von gekochtem Terpentin, welche wechselnde Mengen von Wasser und ätherischem Ol enthält. Wird das 1 2 durch längeres Erhitzen von allem Wasser und Terpentinöl befreit, so verbleibt Kolophonium, Geibinung m welches je nach dem Grade der Eritzung und je nach der Qualität des angewandten Terpentins durch alle Farbenabstufungen vom Hellgelb bis Dunkelbraun gefärbt ist. Das Kolophonium ist hart und spröde, leicht zu pulvern, etwas schwerer als Wasser, löslich in Alkohol, Ather, Schwefelkohlenstoff, fetten und flüchtigen Olen, erweicht bei 70° und schmilzt bei 135 7, bei höherer Temperatur wird es zersetzt und liefert dabei als Destillationsprodult Harzessenz und Harzöl. Aus dem F. sind verschiedene organische Säuren abgeschieden, die als Abietinsaure, Pininsäure, Pimarsäure, Sylvinsäure benannt sind. Wahrscheinlich sind aber alle diese Sauren identisch und kommen in den Wasser enthaltenden Weichharzen als Abietinsäurehydrat C. II. O,, im Kolophonium als Abietinsäureanhydrid C. H. O. vor. Das Weichharz war bis 1882 unter dem Namen Resina Pini offizinell und diente zur Anferti-Deut von Pflastern. In die zweite Auflage der eutschen Pharmakopöe ist nur das von Terpentinöl befreite Hartharz, das Kolophonium, aufgenommen worden. Das Kolophonium findet mannigfache Verwendung, so in weingeistigen und öligen Lösungen als Firnis; als Zusatz zum Siegellack; in Verbindung mit Alkali als Zusatz zu Seifen; die alkalische Lösung, durch Alaun gefällt, ist der Harzleim der Papierfabrikanten; gepulvert aufgestreut, verhütet es durch Vermehrung der Reibung das Gleiten der Riemen auf den Triebscheiben der Maschinen; die Haare der Geigenbogen werden mit Kolophonium bestrichen, um das Gleiten an den Saiten der Instrumente zu verhindern. Die geringsten Sorten werden durch Destillation in Harzöl verwandelt und geben in starker Hitze ein sehr wertvolles Leuchtgas.