FeedFievée (Joseph)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Fievée (Joseph), franz. Publizist, geb. 9. April 1767 zu Paris, war erst Buchdruckergehilfe, wurde dann Journalist und schrieb namentlich für den „Mercure und die „Gazette de Francev. Seine Artikel zogen die Aufmerksamkeit Napoleons auf sich, und da F. sich außerdem schon durch mehrere Werke, eine komische Oper Les rigueurs du cloitrer (1792), eine Broschüre Sur la nécessité d'une religiono (1795) und zwei Romane La dot de Suzetter (1798) und Frédéric (1799) bekannt Cerdun hatte, beauftragte ihn Napoleon mit einer endung nach England, welche F. geschickt ausführte. Über die damaligen Zustände Englands rieh tete er an Napoleon eine Reihe scharfsinniger Briefe (Lettres sur I'Angleterrer, 1802). Allmählich wurde er einer von Napoleons Ratgebern, der ihn erst zum Chefredacteur des Journal des Débatsv, dann zum Staatsrat, endlich zum Präfekten in Nevers ernannte. Nach dem Sturz des Kaiserreichs trat F. zu der royalistischen Partei über, schrikb eine Anzahl polit. Broschüren und war nach der Revolution von 1830 Mitarbeiter des Nationalv. Von seinen Schriften ist noch hervorzuheben die „Correspondance et relations avec Bonaparten (1837). starb zu Paris 7. Mai 1839. ife (spr. Feif), schott. Grafschaft, an der Nordseeküste, die Halbinsel zwischen dem Forth-und Taybusen umfassend, im Westen von den Grafschaften Perth, Kinroß und Clackmannan begrenzt, hat ein Areal von 1307 qkm mit (1881) 171 960 C. Sie gehört größtenteils dem schott. Niederlande an. Der nordwestl. Teil ist wechselvolles Berg⸗ und Hügelland, am höchsten an der Grenze von Kinroß in den Lomond-Hills, von welchen der West-Lomond 522m, der Cast-Lomond 448 m hoch aufsteigt. In dieser Gegend der Boden meist moorig und unergiebig. Der südöstl. Teil ist im ganzen flach und fruchtbar. Auch der Thalgrund des Eden, der sog. Howe of Fife, in der Mitte der Grafschaft bildet ein größtenteils flaches und reiches Gefilde. Außer dem Eden sließen noch der Orr, Leven und Kenty ostwärts in die Nordsee. Im ganzen sind 68 Proz. des Bodens so sorgfältig bebautwiekaum sonstwo in Schottland. Man erzeugt Weizen und Gerste in Menge, hauptsächlich aber Hafer, auch viel Rüben, Kartoffeln und Bohnen. Natürliche Waldung ist wenig vorhanden, dagegen gibt es große Pflanzungen von Eschen, Ulmen, Eichen, Tannen und Kastanien. Von Bedeutun ferner die Viehzucht, sowie die Raste und Sersj erei. Namentlich ist die Fifeshireasse des Rindviehs berühmt, die schwarz und grau gefleckt ist und kleine aufrechistehende Hörner hat. Auch die Zucht und Veredelung der Schafe und Pferde hat in neuerer Zeit bedeutende Fortschritte gemacht. Bergbau wird auf Steinkohlen und Eisen betrieben, früher auch en Blei. an bricht vortreffliche Kalk- und Quadersteine und bei dem Küstendorf Kingsbarns grauen Marmor. In den Hügeln zwischen dem Eden und Tay findet man Karneole und Achate, bei Elie eine Art feiner Granaten, die unter dem Namen Elierubinen bekannt sind. Hinsichtlich der Industrie haben besonders die verschiedenen Zweige der Linnenmanufaktur allgemeine Verbreitung und hohe Vollendung in F. erlangt; namentlich sind die Tafelzeuge von Dun-Euch. ausgezeichnet. Außerdem fabriziert man uch, Seife und Lichte. Zahlreich sind die Bierbrauereien, Branntwein⸗ und Ziegelbrennereien, und in mehrern Häfen ist der Schiffbau von Bedeudote Die Hauptausfuhrartikel sind Getreide, Steinkohlen, Kalk und Fabrikate, besonders Leinwand. Die Grafschaft sendet einen, 12 Städte und Boroughs drei andere Abgeordnete in das Parlament. Hauptstadt ist Cupar (s. d.) am Eden, der hier die Lady aufnimmt. Die volkreichste Stadt ist Kirkcaldy mit 15055 E., nächst ihr Dunfermline. Die bedeutendsten Hafenstädte sind Burntisland, Dysart und St.⸗Andrews (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 798Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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