FeedFinck —— Aug. von)
GeschichteBrockhaus 1882

Finck —— Aug. von), General Friedrichs d. Gr., geb. 25. Nov. 1718 zu Strelitz in Mecklenburg, kam jung mit seinem Vater nach Petersburg, machte im Gefolge des Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel 1734 den Feldzug am Rhein mit, trat auf dessen Empfehlung in österr. Kriegsdienste, nahm 1737 am Türkenkriege teil und ging 1738 in russ. Dienste, in denen er die Feldzüge gegen die Türken und Schweden mitmachte. Nach dem Sturze des Feldmarschalls Münnich, mit dem F. verwandt war, wandte er sich nach Preußen und wurde 1742 vom Könige als Major und Flügeladjutant angestellt, wozu sein vortreffliches Flötenspiel mit beitrug. Er wurde 1755 Obristlieutenant, nach der Schlacht von Kolin Oberst, noch in demselben Jahre Generalmajor, Anfang 1759 Generallieutenant. Mit dem erhöhten Wirkungskreise vermehrte sich auch des Königs Vertrauen zu ihm, sodaß er F. im Feldzuge von 1759 seinem Bruder, dem Prinzen Heinrich, zuteilte, dem die Verteidigung von Sachsen übertragen war. F. erwarb sich durch seine Verdienste sehr bald auch dessen Vertrauen und Zuneigung. Nachdem Dresden unter dem Eindrucke der Niederlage des Königs bei Kunnersdorf verloren gegangen, Daun aber vor dem Prinzen Heinrich wieder bis in die Gegend von Pirna zurückgewichen war, erhielt F. vom König, der zur Wiedereroberung von Dresden heranrückte, den Befehl, dem Feinde in einer Stellung bei Maxen (s. d.) die Rückzugslinie nach Böhmen abzuschneiden. Vergebens stellte F. persönlich dem Monarchen im Hauptquartier die Schwäche seines Korps und die Gefahr der Lage, in die er dadurch versetzt werde, vor. Fried⸗ —7 empfing ihn ungnädig und erteilte ihm den bestimmten Befehl, nach Maxen zu marschieren. F. Hborchte und ging 17. Nov. mit 12000 Mann nach Maxen (zwischen Dippoldiswalde und Pirna), wo er, 20. Nov. von einer weit überlegenen Macht von allen Seiten zugleich angegriffen, nach mannhafter Gegenwehr sich mit dem Reste seines Korps am 21. ergeben mußte. Ein großer Teil der Infanterie war bereits gefangen oder desertiert, auch war die Munition fast vollständig verbraucht. F. wurde gleich den übrigen gefangenen Generalen auf Ehrenwort entlassen. Friedrich verschob die Untersuchung über diesen Unfall bis nach erfolgtem Frieden, wo F. unter Zietens Vorsitz vom Kriegsericht zu zweijähriger Festungsstrafe und Ausstoßun aus dem Heere verurteilt wurde. Der Spruch war hart, da die Niederlage großenteils durch des Königs Starrsinn herbeigeführt worden war, und auch bezüglich der Kapitulation, nach dem Urteile fast aller gleichzeitigen Schriftsteller, F. nur 7½4 Schuld traf. Der König von Dänemark erief F. 1764 nach verbüßter Festungsstrafe als General der Infanterie in seine Dienste, in welche er denn auch mit Genehmigung Friedrichs eintrat. Er starb als erster Deputierter im General-Kriegsdirektorium zu Kopenhagen 22. Febr. 1766. F. schrieb Gedanken über militärische Gegenständer (Berl. 1788). Vgl. «Denkwürdigkeiten der militärischen Gesellschafto (Bd. 2, Berl. 1802—5); «„Bericht über die kriegsgerichtliche Untersuchungo in «Zeitschrift für Kunst, Wissenschaft und Geschichte des Kriegso (Bd. 81, Berl. 1851). Die Bibliothek des Großen Generalstabs besitzt eine Rebenderiand augenscheinlich von sehr nahetehender Hand verfaßte Lebensbeschreibung F.s.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 814Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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