FeedFinow
ErdkundeBrockhaus 1882

Finow, ein linker Nebenfluß der Oder im Regierungsbezirk Potsdam der preuß. Provinz Ban denburg, welcher auf der Platte von Barnim in mehrern Bächen entspringt, von Biesenthal bis zum Lstern bers nördlich fließt und dann vermittelst des etztern bei Liepe in die Alte Oder mündet. Der Finowkanal wurde schon 1540 projektiert, aber erst 1605 — 20 mit 11 hölzernen Schleusen ausgebaut und schiffbar gemacht. Während des Dreißigjährigen Kriegs verfiel die Anlage ganz, bis Friedrich II. 1744—46 sie erneuerte. Später setzte man den Kanal auch nach NW. im obern Laufe der Faulen Havel durch den Voßkanal über Liebenwalde mit der Schnellen Havel in Verbindung. Endlich wurde der Malzerkanal parallel mit der Havel geführt. Oberhalb der zweiten bei Ruhlsdorf gelegenen Schleuse nimmt der Finowkanal den Zufluß des mit großen Kähnen schiffbaren Werbelliner Kanals auf, welcher 5,835 km lang ist und in den 5 km weit schiffbaren Werbelliner See führt. Neben der Havel ist 3,766 Km unterhalb der Einmündung des Malzerkanals ein weiterer dem Flusse rechtsseitig parallel laufender Kanal, der Oranienburgerkanal, angelegt worden, welcher 1831 —33 zur Abkürzung des dort sehr gekrümmten Havellaufs gegraben wurde. Er beginnt bei der Oranienburger Schleuse in der Nähe von Sachsenhausen und endet bei der Pinnower Schleuse, gegenüber Borgsdorf. Außer der Havelschiffahrt nimmt er auch die des Ruppinerkanals auf. Der Finowkanal ist in der Ausdehnung bis Hohensathen 70 km lang, 1, metief und hat insgesamt 17 Schleusen; der Anschluß an die Oder hat 2,85 m Höhe, die Mündung in den Voßkanal 39,207 m Höhe, mithin hat der Kanal ein Gefälle von 37 m. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 828Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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