FeedFriedrichsgraben (Großer)
ErdkundeBrockhaus 1882

Friedrichsgraben (Großer), in der preuß. Provinz Ostpreußen, Regierungsbezirk Königsberg, verbindet von Labiau aus die rechts vom Pregel ausgehende Deime nach NO., dem Haffufer parallel laufend, mit dem zum Kurischen Haff fließenden Nemonin bei Wiepscherkrug; er ist 17,8 Km lang und an den schmalern Stellen 19 bis 23, an den breitern 137,6m breit und 1,5 metief. Seine Anlegung erfolgte 1689 —97 auf eine Anregung des polnischen Reichstags zur Vermeidung der Schäden, welche die Fahrzeuge (Wittinnen) auf dem Haff erlitten, durch die Gräfin Katharina zu Waldburg-Truchseß, die Witwe Philipps von Chicze, welchem Kurfürst Friedrich Wilhelm bereits 1669 die Ausführung übertragen hatte. Seitdem versandete die untere Gilge, der Mündungsarm des Memel, und die Fahrt ging durch den Nemonin, aus welchem 3 km oberhalb seiner Mündung zum Haff der gleichzeitig begonnene, aber erst 1697 beendete Große F., als eine weitere geschützte Verbindung für Flußschiffe linksseitig nach Labiau an der Deime fortgeführt wurde. Der Kleine F. oder die Greituschka verlor seine Bedeutung, seitdem 1833 — 36 der 11,67 km lange Seckenburger Kanal in gerader Linie von Seckenburg bis nach Marienbruch am Nemonin, gegenüber der Mündung des Großen F., geführt worden war. Schon 1834 begann man seine Coupierung, und 1851 wurde er durch einen wasserfreien Damm geschlossen. Ihn hatte 1689 die genannte Gräfin zwischen Nemonin und Gilge anlegen lassen, sodaß dadurch die Verbindung zwischen Memel und Pregel eine vollständige wurde; in ihm war die Strömung so bedeutend, daß er sich auf 3—6 m Tiefe und 46 m Breite ausarbeitete, und darum nannte ihn das Volk Greituschkar, d. h. die Schnelle.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 354Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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