FeedFreie Wirtschaft
ErdkundeBrockhaus 1882

Freie Wirtschaft, s. unter Betriebssystem (landwirtschaftliches). Freienwalde ander Oder, Kreisstadt des Kreises Ober-Barnim im Regierungsbezirk Potsdam der preuß. Provinz Brandenburg, 45 km im Nordosten von Berlin, 2 km von der alten Oder, am schiffbaren Landgraben, der F. mit dem Finowkanal verbindet, Station der Linien Eberswalde-Wriezen-Frankfurt ag. O. und Angermünde-Oderberg-F. der Preußischen Staatsbahnen, in einer der anmutigsten Gegenden Norddeutschlands, am bergigen Rande des Oderbruchs 17 müber dem Meere gelegen, zählt (1880) 6463 E. (davon 6246 Evandes ar 104 Katholiken und 82 Juden). F. ist Sitz des Landratsamts für den Kreis Ober-Barnim, eines Amtsgerichts, einer Oberförsterei und hat ein Gymnasium, eine höhere Töchterschule, einen Kreditverein, Ziegelbrennerei, eine Wasserglasfabrik und Braunkohlenlager. F. ist seit 1683 bekannt durch seinen Gesundbrunnen, welcher unweit der Stadt in einem freundlichen, von waldigen Höhen umgebenen Thale liegt. Neues Kurhaus und neues Badehaus. Die Quellen, salinische Eisenwässer, haben eine Temperatur von 7 K., werden wie die Jungfrauen⸗ und die Königsquellen nur zum Trinken, oder wie die Badequellen nur zum Baden benutzt. An Bädern werden verabfolgt Mineralwasserbäder, Dampf⸗, Douche⸗, Fichtennadel⸗ und Eisenmoorbäder. Das vom Großen Kurfürsten erbaute Lustschloß ist von engl. Gartenanlagen umgeben; ihm gegenüber befindet sich das Denkmal für die in den letzten Kriegen Gefallenen aus dem Ober-Barnimer Kreise, der neuerbaute Rundschauturm auf dem höchsten Gipfel der Bergkette, von welchem man eine überaus lohnende Fernsicht auf den Oderbruch hat. F. ist auch eine beliebte Sommerfrische der Berliner. Vgl. Riesel, «F. und Umgegende (3. Aufl., Schwedt 1879).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 266Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6