Finstermünz, Engpaß und Festung im tirol. Bezirke Nauders, liegt 24 km nordöstlich von Tarasp an der Schweizergrenze, da wo der den aus dem Unterengadin auf tiroler Gebiet übertritt. Der Fluß, dessen Spiegel hier 980 m über dem Meere liegt, drängt sich schäumend durch die Thalschlucht der schroffen Schieferfelsen. Die alte Straße durch den Paß zweigt sich bei der Ferdinandsfeste bei Nauders von der Hauptstraße ab, überschreitet bei dem Dorfe Altfinstermünz den Inn und folgt dem linken Ufer desselben bis zur Vereinigung mit der neuen Straße. Der Brücke dient ein mitten im Fluß stehender massiver Turm zugleich als Stütze und Schutz. Das altertümliche Gebäude, die furchtbaren Felsmassen, welche drohend die dunkle Schlucht überragen, und der tobende Strom vereinigen sich, dieser Alpenpforte ihren berühmten wildromantischen Charakter zu verleihen. Die neue Straße, 1855 vollendet, durch die Festung Hochfinstermünz (1106 m) Cuaße führt hoch über dem Inn und der alten Straße durch drei Tunnel und zwei Lawinenschutzgewölbe und überschreitet den Inn erst unterhalb des Engpasses gegenüber dem Dörfchen Raut, bei welchem die alte Straße in die neue einmündet. Bei Nauders schließt sich diese an die Straße über die Reschenscheideck (1493 m) und die Malserheide an, welche aus dem Innthal ins Vintschgau, das Thal der Etsch, führt, bei Martinsbruck an die engadiner Poststraße; thalabwärts führt sie durch das Oberinnthal von Hochfinstermünz nach Pfunds, Landeck und Innsbruck. Kriegsgeschichtlich ist der Paß wichtig durch die Eroberung der Feste F. durch Herzog Welf von Bayern 1079 und durch die Kämpfe 1799 zwischen den Franzosen unter Lecourbe und den Österreichern unter Bellegarde. ů