Firmian (Karl Jos., Graf von), österr. Staatsmann und Kunstfreund, geb. 6. Aug. 1716 zu Deutschmetz in Tirol, erhielt seine Bildung zu Erthal, Innsbruck, Salzburg und auf der Universität zu Leiden und begab sich hierauf nach Frankreich und Italien, wo er seinen Geschmack für die schönen Künste ausbildete. Als Franz I. den deutschen Kaiserthron bestiegen, ch d F. nach Deutschland zurück und widmete sich den Staatsgeschäften. Maria Theresia sandte ihn als bevollmächtigten Minister nach Neapel und in der Folge nach der Lombardei, wo er sich durch Förderung der Wissenschaften, insbesondere durch Errichtung von Bibliotheken hervorthat. Ausgezeichnete Verdienste erwarb er sich seit 1759 namentlich um die Stadt Mailand. F. starb 20. Juli 1782 und hinterließ eine auserlesene Bibliothek von 40000 Bänden und kostbare Kunstsammlungen. Vgl. Biblioteca Firmianay (10 Bde., Mail. 1783). Leopold Anton, Graf von F., Oheim des vorigen, geb. 27. Mai 1679, Erzbischof von Salzburg, lant Erch durch die Verfolgung der Protestanten im Erzbistum Salzburg, die, 30000 an der Zahl, im Winter 1731—32 gewaltsam t Ren. wurden, aus dem Lande zu wandern. Nicht Religionseifer allein, sondern vorzügli Geiz war es, der ihn hierzu veranlaßte. Nicht zufrieden mit den Abzugsgeldern, welche die Auswandernden bezahlen mußten, ließ er ihnen, wo es nur thunlich, den Proeß als Empörer machen, sodaß sie auch noch ihres Vermögens verlustig wurden. Er starb 22. Okt. 1744. Eine Episode aus dieser Vertreibung der Salzburger inspirierte Goethe zu seinem idyllischen Epos Hermann und Dorotheav. — Der letzte männliche Sprößling der Familie war Karl Leopold Max, Graf n W Fürst-Erzbischof zu Wien, geb. 1766, gest. zu Wien 29. Nov. 1831.