Ludwig Wilhelm I., Markgraf von Baden, Reichsfeldmarschall und österr. Generallieutenant, einer der ausgezeichnetsten Generale seiner Zeit, der Sohn des Erbprinzen Ferdinand Maximilian und der Prinzessin Luise Christiane von Carignan und der Enkel des Markgrafen Wilhelm I. von Baden, wurde in Paris 8. April 1655 geboren. Seine ersten Kriegsdienste that er unter Montecuculi gegen Turenne 1675 in dem Feldzuge im Elsaß. Nach dem Frieden von Nimwegen kehrte er 1678 nach Baden zurück und übernahm, da sein Vater bereits 1669 verstorben, an seines 1677 verstorbenen Großvaters Stelle die Regierung. Im J. 1683 zog er mit einem Truppenkorps nach Wien und nahm an der Schlacht am 11. Sept., durch welche die Türken zum Abzuge genötigt wurden, hervorragenden Anteil. Er eroberte 1684 Wissegrad und that sich 1686 bei der Einnahme von m hervor, nahm mehrere Festungen, wurde Feldmarschall, entschied 18. Aug. 1686 die Schlacht bei Härsäny, . 1688 ein Korps nach Bosnien und erfocht ort bei Derbend einen glänzenden Sieg. Er erhielt hierauf den Oberbefehl an der Donau, schlug die Türken 24. Sept. 1689 bei Nissa und 19. Aug. 1691 bei Salankemen, eroberte Großwardein und Gradiska. Im J. 1693 wurde ihm der Oberbefehl über die Reichsarmee in Deutschland gegen die Franzosen übertragen; er nahm Heidelberg wieder, ging sodann nach England, um sich mit dem König Wilhelm III. wegen der Kriegsunternehmungen gegen Frankreich zu vereinigen, und fiel nach Eröffnung des Feldzugs im Frühjahr 1694 in das Elsaß ein. Im Spanischen Erbfolgekriege befehligte er die gegen Bayern und Frankreich aufgestellte Reichsarmee, eroberte 1702 Landau und siegte 1704 mit Marlborough zusammen am Schellenberge. Sein Talent in der Befestigungskunst bewährte er durch die Anlegung der berühmten Linien, die sich von dem Schwarzwalde bis Stollhofen an den Rhein ausdehnten. Er starb t Rastatt 4. Jan. 1707.