Fissirostres (lat.), Spaltschnäbler, veraltete Bezeichnung einer Gruppe von Vögeln, mit kurzem, breitem, schwachem, abgeplattetem, an der Spitze etwas hakigem Schnabel und sehr weiter Mundspalte. Cuvier zählte dazu die Segler, die Schwalben und die Ziegenmelker. issur (lat.), Spaltung, Sprung, Riß, heißt in der Chirurgie ein unvollständiger Knochenbruch, bei welchem der verletzte Knochen nicht vollständig in seinem Zusammenhange getrennt erscheint, sondern nur einen spaltförmigen Riß aufweist. Solche Fissuren können sich entweder von einer vollständigen Bruchstelle noch weit in die angrenzenden Knochenteile hinein fortsetzen, oder sie können für sich allein die einzige entereäuferni bilden, wie dies nach Entwickelung einer äußern Gewalt (Fall, Schlag, Stoß) am häufigsten an den Schädelknochen beobachtet wird. Die Schädelfissuren sind meist schwere Verletzungen, da sich gewöhnlich entzündliche Affektionen des Gehirns und seiner Hüllen anschließen, die meist einen tödlichen Ausgang nehmen. Weiterhin bezeichnet man als Fissur gewisse schmerzhafte und schwer heilende spaltförmige Einrisse oder Schrunden auf manchen Schleimhäuten, namentlich der Lippen- und Afterschleimhaut. Man behandelt sie durch fleißiges Auswaschen, Betupfen mit dem Höllensteinstift und Bedecken mit milden Verbandsalben. „Fistel (tistula) nennt man in der Chirurgie einen nicht naturgemäßen Kanal, der au der Körperoberfläche ausmündet oder in ein in fitulose des Körpers führt. Man scheidet die F. in fistulöse Geschwüre und Kommunikationsfisteln. Fistulöse Geschwüre sind Eitergänge, welche durch Verschwärung entstanden sind. Dieselben rühren Kentvon Perschwärungen der Knochen und Gelenke (Knochenfraß) her, können aber auch durch Verschwärungen anderer Organe (3. B. des Darms, der Harn röhre) entstehen. Sie haben wie das Grundleiden einen chronischen Verlauf und sondern entweder nur Eiter oder auch noch den N 0 des in Verschwärung geratenen Organs (3. B. Kot, Urin) ab. Die Heilung eines fistulösen Geschwürs kann nur durch Beseitigung der Grundkrankheit bewirkt werden. Kommunikationsfisteln sind vernarbte Offnungen und Kanäle, welche ein Hohlorgan mit der Körperoberfläche oder einem andern Hohlorgan (3. B. die Blase mit der Scheide) in Verbindung setzen; sie bleiben nach Verletzungen oder brandigen Zerstörungen zurück und lassen den Inhalt des Hohlorgans (z. B. Speichel, Urin, Kot) austreten. Eine Heilung wird in der Regel⸗ nur durch eine Operation, welche die offnung oder den Kanal verschließt, erreicht. Kommunikationsfisteln werden nicht selten an Tieren zum Galen eines Maden. Experiments angelegt (z. B. Gallenfisteln, Magenfisteln). Man benennt die F. ohne Rücksicht darauf, ob sie der einen oder andern Art angehören, nach dem Organ, zu dem sie führen B. Knochenfistel, Mastdarmfistel, Blasenfistel, Zahnfistel), oder nach dem Sekret, das sie absondern (3. B. Speichelfistel, Thränenfistel, Kotfistel).